Samstag, 16. Dezember 2017

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Geschrieben von Ilsemarie Luttmann (Jägerschaft Osterode) am 15. Mai 2017
Aktuell

Tiernachwuchs vor dem Mäher schützen

Jägerschaft Osterode gibt Landwirten Tipps zur Frühmahd

Damit die Tiere während der Mahd flüchten können, sollten Landwirte immer von innen nach außen mähen.
Damit die Tiere während der Mahd flüchten können, sollten Landwirte immer von innen nach außen mähen.
Nachdem ihr Hund bei der Vorabendsuche vor der Mahd…
Nachdem ihr Hund bei der Vorabendsuche vor der Mahd…
…ein Rehkitz im Gras gefunden hat…
…ein Rehkitz im Gras gefunden hat…
…rettet Iris Wohlfahrt, Hunde-Obfrau der Jägerschaft Osterode, das Jungtier.
…rettet Iris Wohlfahrt, Hunde-Obfrau der Jägerschaft Osterode, das Jungtier.

Es ist Mitte Mai: Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen steht an. Der Termin fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Doch „Ducken und Tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher. Darauf machen der allgemeine Vertreter des Kreisjägermeisters Claus-Wilhelm Deig und der Vorsitzende der Jägerschaft Osterode Dr. Karl Schumann aufmerksam. Sie empfehlen den Landwirten, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung zu ergreifen.

Effektive Wildtierrettung beginne bereits vor der Mahd, so Deig. Entscheidend sei dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage oder Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen. Empfohlen werde, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So hätten Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspreche die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken, oder auch bei Bodenbrütern.

  

Wildtiere effektiv vergrämen

Das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung (Vertreibung) helfen, Wildtierverluste zu vermeiden, so Deig. Er appelliert an die Landwirte, sich rechtzeitig vor dem Mähtermin mit den Jägern kurzzuschließen.

Derartige Maßnahmen seien wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Vergrämung könne kostengünstig und sehr effektiv mit Knistertüten, Flatterbändern oder Kofferradios erfolgen. Auch der Einsatz von elektronischen Wildscheuchen, die unterschiedlichste Töne wie zum Beispiel Menschenstimmen, klassische Musik oder auch Motorengeräusche in verschiedenen Lautstärken aussenden, habe sich im Praxiseinsatz bewährt. Bei bestimmten Witterungsverhältnissen helfe auch Drohnen- und Infrarot-Technik.


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