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Samstag, 22. September 2018

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Geschrieben von ski am 12. März 2018
Aktuell

Sanierung des Bismarckturms: eine Mammutaufgabe

Der marode Bismarckturm muss saniert werden: das wird den Harzklub-Zweigverein Bad Lauterberg noch auf Jahre hin beschäftigen – und sehr viel Geld kosten

Bismarckturm, Fotograf: Kassandro Lizenz: CC BY-SA 3.0
Bismarckturm, Fotograf: Kassandro Lizenz: CC BY-SA 3.0
Beliebtes Wanderziel am Baudensteig
Beliebtes Wanderziel am Baudensteig
Südwestansicht. Fotograf: Kassandro Lizenz: CC BY-SA 3.0
Südwestansicht. Fotograf: Kassandro Lizenz: CC BY-SA 3.0

Fünfzehn Meter ist er hoch, und dank seiner attraktiven Aussichtsplattform ein wunderbares Wanderziel und eine Touristenattraktion. Genau das war auch die Intention der Harzklub-Mitglieder, die den Turm 1904 erbaut hatten. Doch nun ist er sanierungsbedürftig: durch die kaputten Simse dringt Wasser ins Mauerwerk und verursacht Frostschäden. Es haben sich bereits Steine gelockert und sind heruntergefallen.

Denkmalschutzbehörde muss jegliche Maßnahme genehmigen

Doch da der Turm als Baudenkmal geschützt ist, wird eine Sanierung extrem aufwändig. Instandsetzungen und auch Veränderungen unterliegen dem Genehmigungsverfahren der Denkmalschutzbehörde. „Es müssen die originalen Materialien verwendet werden – wir bewegen uns da in einem sehr engen Rahmen“, erklärte Peter Laumann, der 2. Vorsitzende des Harzklub-Zweigvereins Bad Lauterberg bei einem Pressegespräch dazu. Dazu kommt natürlich die Lage des Turms, mitten im Wald,  auf dem Kummelberg: allein schon die Einrüstung und der Transport des Baumaterials wird eine horrende Summe verschlingen.

Bei Fördermitteln muss Eigenanteil geleistet werden

Wie viel eine fachgerechte Sanierung kosten wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen, erklärte Heinz-Gerd Trüter, der 1. Vorsitzende: „Anfänglich haben wir mit ca. 100.000-120.000 Euro gerechnet, nach den jetzigen Erkenntnissen sind wir schon eher beim Doppelten.“ Eine genaue Kostenschätzung wird erst ein ingenieurtechnisches Fachgutachten erbringen. Doch alleine dafür ist schon eine fünfstellige Summe zu veranschlagen. Ein solches Gutachten ist aber nicht nur nötig, um die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und die Höhe der Kosten einschätzen zu können: Es wird auch benötigt, um öffentliche Fördermittel zu beantragen. Genau das plant der Harzklub nun auch. Doch bei allen Fördergeldern sind stets auch erhebliche Eigenmittel zu erbringen: typischerweise 50  Prozent, so erklärte Laumann. Und diese müssen nachweislich vorhanden sein, will man einen Fördertopf anzapfen. „Das bedeutet, dass der Verein sich innerhalb kürzester Zeit ein entsprechend gutes finanzielles Polster für die Sanierung verschaffen muss“.

Große Unterstützung der Lauterberger für den Turm

 Die Sanierung des Bismarckturms wird die schwerste Aufgabe für den Bad Lauterberger Harzklub in den nächsten Jahren sein. „Das Ende dieser Maßnahmen werde ich wohl nicht mehr erleben – zumindest nicht als Vorsitzender des Harzklubs“, scherzte Trüter. Doch jetzt gilt es, einen Schritt nach dem anderen zu machen. Der Verein wird nun ein entsprechendes Gutachten in Auftrag geben; einige Ingenieurbüros wurden schon kontaktiert. Damit soll dann die Genehmigung der Maßnahmen bei der Denkmalschutzbehörde sowie öffentliche Fördermittel beantragt werden. Die Finanzierung des Eigenanteils bleibt natürlich eine enorme Herausforderung. Unterstützung erhofft sich der Harzklub-Vorstand von der einheimischen Bevölkerung: „Wir erleben immer großen Zuspruch für das Thema – der Bismarckturm liegt den Leuten am Herzen und sie wollen, dass er erhalten bleibt.“

Bürgermeister sichert finanzielle Unterstützung zu

Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Bad Lauterberger Harzklubs sicherte Bürgermeister Dr. Thomas Gans die Unterstützung der Stadt zu – auch die finanzielle, damit den Eigenanteil für eventuelle Fördergelder stemmen kann. „Wir wollen uns nicht der Verantwortung entziehen und die Sanierung allein dem Harzklub aufbürden, sondern die Maßnahme auch entsprechend mitfinanzieren.“ Sollte eine Förderung durch den Topf der Denkmalschutzbehörde nicht möglich sein, regte er auch an, die Sanierung als LEADER-Projekt zu beantragen. Bei sämtlichen Möglichkeiten, Fördergelder zu erhalten, gelten natürlich jeweils eigene Voraussetzungen, Auflagen und Grenzen – und Mehrfachförderungen sind leider ausgeschlossen. Der Harzklub-Vorstand will nun versuchen, die optimale Möglichkeit im Förderdschungel zu finden, um die Mammutaufgabe stemmen zu können. Gleichzeitig müssen natürlich fleißig Spenden für die Sanierung eingeworben werden. Denn so schön der Bismarckturm auch ist, er bringt nicht gerade viel ein: 800 Euro jährlich an Pacht erhält der Verein dafür vom Baudenwirt.

Den Turm einfach so zu belassen, ist keine Option. Bereits jetzt wurde ein provisorisches Dach über den Eingangsbereich gezimmert, damit niemand durch lose Steine gefährdet wird. „Wenn der Turm nicht saniert wird, müssten wir ihn irgendwann aus Sicherheitsgründen sperren und einen Bauzaun ringsum ziehen – das wäre kein schönes Bild für Bad Lauterberg“, sagte Trüter.


Eine erste Unterstützungsaktion für die Sanierung gibt es schon: das Fotohaus Lindenberg sammelt alte Kameras von Privatpersonen, die auf einer Foto-Börse im Rahmen des Frühlingshappenings am  29.04.2018 zugunsten der Bismarckturmsanierung verkauft werden sollen. „Ich habe schon über 1.000 Kameras erhalten, darunter sehr interessante Exemplare“, sagte Inhaber Gunther Lindenberg.

Mehr über den Bismarckturm, seine Geschichte und die anstehende Sanierung erfahren Sie in diesem Beitrag.


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