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Sonntag, 19. August 2018

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Geschrieben von ski am 05. August 2018
Kultur und mehr

Kontrastprogramm bei Hitze

Am Samstag fand das Eröffnungskonzert der Bad Lauterberger Musiktage statt

Foto: Inge Holzigel
Foto: Inge Holzigel
SooJin Anjou begeisterte das Publikum als Beethoven-Interpretin
SooJin Anjou begeisterte das Publikum als Beethoven-Interpretin
Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode....
Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode....
....und der Chor der Singakademie Harz unter Gesamtleitung von José López de Vergara boten ein äußerst kontrastreiches Programm
....und der Chor der Singakademie Harz unter Gesamtleitung von José López de Vergara boten ein äußerst kontrastreiches Programm
Altus Thomas Riede
Altus Thomas Riede
Foto: inge Holzigel
Foto: inge Holzigel
Foto: Inge Holzigel
Foto: Inge Holzigel

Es ist ein Accessoire, das man heutzutage eher selten sieht, doch bei der Eröffnungsveranstaltung der Bad Lauterberger Musiktage wurde davon reger Gebrauch gemacht: der Fächer. Das war auch geboten, denn die Rekordhitze sorgte natürlich auch im Kursaal dafür, dass die Konzertbesucher tüchtig schwitzten. Bei abendlichen Außentemperaturen von immer noch 30 Grad hatten sich dennoch viele Gäste auf den Weg gemacht, um das Auftaktkonzert zu erleben. Und die, die sich einfanden, bereuten es ganz sicher nicht. „Triple „B“ in Concert“ lautete der Name des Programms, das die Singakademie Harz mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode unter der Gesamtleitung von José V. López de Vergara präsentierte. Die drei „B“, das sind Beethoven, Brahms und Bernstein – ein regelrechtes Kontrastprogramm also, und eines mit wahrlich großen Umschwüngen in der Stimmung.

Früher bildete ein großes Konzert mit Chor, Orchester und Solisten oft den Abschluss der Bad Lauterberger Musiktage, inzwischen steht es am Anfang. Und es bleibt etwas Besonderes, wenn im ehrwürdigen Kursaal ein stimmgewaltiger Chor, ein klangstarkes Orchester und hochkarätige Solisten auftreten. Auch für den Kulturkreis Bad Lauterberg ist dies ein organisatorischer und finanzieller Kraftakt, der nur mit Hilfe von Sponsoren überhaupt zu leisten ist. Die Kulturkreis-Vorsitzende Cornelia Bär konnte sich diesmal bei der Volksbank im Harz eG als Hauptsponsor bedanken, die die Musiktage 2018 maßgeblich fördern.
Gelohnt hat es sich aber in jedem Fall. Denn wer am Samstagabend dabei war, erlebte nicht nur ein harmonisches Kammerorchester Wernigerode, sondern auch die herausragende Berliner Pianistin SooJin Anjou. Sie trotzte der Hitze mit einem Kühlkissen am Flügel und begeisterte das Lauterberger Publikum mit ihrem intensiven und zugleich nuancierten Spiel.   Neben dem Klavierkonzert Nr.3 c-moll war auch Beethovens Chorfantasie c-moll zu hören – ein Konzertstück für Klavier, Chor und Orchester.
Das zweite „B“, Johannes Brahms, setzte mit dem requiemartigen Schicksalslied (op. 54) eine gänzlich andere Stimmung entgegen, das aber – recht unerwartet - versöhnlich endet. Bei so viel Abwechslung verwundert es nicht, dass zwischendrin ein Solostück für Harfe von Camille Saint-Saëns zur Aufführung kam, bevor der letzte Komponist, Leonard Bernstein, mit den Chichester Psalms zu hören war – ebenfalls ein kontrastreiches Werk, in dem die bernstein-typischen Dissonanzen mit viel Pauken und Schlagzeug beginnen, bevor sie nach einigen Stimmungswechseln auf einem bittersüßen, harmonischen Chorklang enden.  Hier überzeugte nicht nur der Solist Thomas Riede (Altus), sondern auch der Chor der Singakademie, dem Bernstein einiges abverlangte. Die Sängerinnen und Sänger des Projektchors, der einmal im Jahr für eine Woche zusammenkommt, um ein komplettes Programm zu erarbeiten, leisteten Schwerarbeit und hatten es auf der Bühne unter den Scheinwerfern noch heißer als ihr Publikum, schlugen sich aber bravourös.

Nach diesem wunderbaren Auftakt der diesjährigen Bad Lauterberger Musiktage kann man nur hoffen, dass die nächsten Veranstaltungen ebenso gelingen – und als I-Tüpfelchen dann vielleicht bei ein wenig kühleren Temperaturen. Als nächstes, am 10. August, erzählt und singt Tenorlegende René Kollo aus seinem Leben. Am 17. August spielen sich die Queenz of Piano quer durch die Musikgeschichte, und am 25. August tritt das Pindakaas Saxophon Quartett, diesmal im Innenhof des Vital Resort Mühl, mit dem Programm „Phantasia“ auf.


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