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Dienstag, 16. Oktober 2018

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Geschrieben von Christian Dolle am 06. August 2018
Kultur und mehr

„Das Wichtigste ist das Buch“

Schauspielerin Marion Mitterhammer arbeitet am ersten Harzkrimi-Hörbuch

Kreative (Wahl-)Harzer (von links): Hans-Günther Bücking, Roland Lange und Marion Mitterhammer mit dem Buch Brockendämmerung.
Kreative (Wahl-)Harzer (von links): Hans-Günther Bücking, Roland Lange und Marion Mitterhammer mit dem Buch Brockendämmerung.

Die Schauspielerin Marion Mitterhammer stammt aus Österreich, hat aber inzwischen den Harz als eine ihrer Wahlheimaten entdeckt. Um die Region kennenzulernen, setzte sie sich mit der hiesigen Literatur auseinander und stieß dabei auf die Krimis von Roland Lange. Die begeisterten sie so sehr, dass sie nun aus dem Roman „Brockendämmerung“ gemeinsam mit ihrem Mann, Regisseur Hans-Günther Bücking, ein Hörbuch machen will.

Da ihr Ehemann aus dem Harz kommt, lernte sie Osterode und die Region kennen, das jedoch auf ihre Weise. Denn beide reisen nicht einfach nur, sondern haben es sich sozusagen zum Lebensmotto gemacht, Orte wirklich zu erleben, mit anderen kreativ Schaffenden in Kontakt zu kommen und aus diesen Erfahrungen heraus auch immer Neues entstehen zu lassen. Im Harz passierte dies über die Krimis von Roland Lange, den die beiden kurz darauf auch kennenlernen wollten. Daraus wurde schließlich die Idee geboren, „Brockendämmerung“ als ein Hörbuch umzusetzen.

 

Autor und Werk gerecht werden

Durch Rollen in Fernsehkrimis wie dem „Tatort“, „Bella Block“ oder „Wilsberg“ ist Marion Mitterhammer das Genre vertraut und sie mag es auch durchaus spannend. An genau diesem Roman reizte sie das Thema der Rückkehr des Wolfes in den Harz, die lebensnahen Figuren und der gut konstruierte und in der Region verortete Fall.

Da sie selbst auch schon in einem Film Regie geführt hat, lese sie Bücher in letzter Zeit häufig durchaus mit dem Blick, was man daraus machen könne. Da die Produktion eines Filmes jedoch äußerst zeit- und kostenintensiv ist, ist das Hörbuch eine schöne Alternative, vor allem, weil dabei der Text besonders wirken kann. Das verrät sie dem Journalisten Christian Dolle in einem Interview, in dem sie auch darüber spricht, dass sie nicht in einem großen Studio, sondern relativ puristisch und somit auch idealistisch gemeinsam mit ihrem Ehemann in ihrem Zuhause in Osterode produziert.

„Das Wichtigste ist das Buch“, sagt sie eindeutig. Sie spiele es nicht, sondern lese es, wobei sie dem Autoren und seinem Werk gerecht werden möchte. Daher setzt sie sich schon vor dem eigentlichen Einlesen sehr intensiv mit dem Text auseinander. Dazu gehören leider, wie sie sagt, auch Kürzungen, die sie mit viel Bedacht vornimmt, da ihr eigentlich auch die Nebenhandlungen des Romans sehr gefallen. „Das Beste wäre, wenn man ein Hörbuch macht und dann sagt der Hörer: Jetzt kaufe ich mir das Buch.“

 

Osteroder Phase eines kreativen Paars

Dieses Buch sei ihre und Bückings Osteroder Phase, stellt sie im Interview fest und spricht auch über diese besondere Art, durchs Leben zu gehen und sich überall von Land und Leuten inspirieren und damit einer schöpferischen Spontanität Raum zu lassen. „Ob wir in Italien sind, in Malta oder in Österreich, wir haben überall Menschen, die Lust haben, so mit uns zu kommunizieren“, erzählt sie.

Es geht ihr bei diesem Hörbuch also gar nicht in erster Linie um das Endprodukt, sondern mehr noch um den Entstehungsprozess, der damit im Grunde nur eine sehr intensive Form des Lesens und Erlebens ist. Genau das strahlt die Schauspielerin im Gespräch authentisch aus, doch gerade damit macht sie natürlich auch neugierig auf diese Arbeit. Bis das Hörbuch fertig produziert ist, werden sich interessierte Hörer leider noch bis Jahresende, voraussichtlich kurz vor Weihnachten, gedulden müssen.

 

Das vollständige Interview

Das vollständige Interview mit Marion Mitterhammer ist jedoch bereits auf Youtube verfügbar (externer Link). Ganz im Sinne des Themas Hörbuch ist es ein Audio-Mitschnitt des Gespräches und mit Sicherheit für viele durchaus hörenswert.


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