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Samstag, 17. November 2018

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Geschrieben von Christian Dolle am 14. September 2018
Kultur und mehr

Möwen, Kühe und anderes Getier

Melanie Raabe, Romy Fölck und H. Dieter Neumann haben bei Mordsharz in Herzberg gelesen

In Herzberg war der Mordsharz im Welfenschloss zu Gast…
In Herzberg war der Mordsharz im Welfenschloss zu Gast…
…wo das Publikum den Lesungen neugierig, gespannt und begeistert lauschte.
…wo das Publikum den Lesungen neugierig, gespannt und begeistert lauschte.
Kühe auf dem Cover, keine Vögel: H. Dieter Neumann las aus „Blutmöwen“.
Kühe auf dem Cover, keine Vögel: H. Dieter Neumann las aus „Blutmöwen“.
Die Elbmarsch als „perfektes Krimisetting“: Romy Fölck stellte „Totenweg“ vor – und machte gleich auf den Nachfolger neugierig.
Die Elbmarsch als „perfektes Krimisetting“: Romy Fölck stellte „Totenweg“ vor – und machte gleich auf den Nachfolger neugierig.
Ist die Ähnlichkeit mit dem Gemälde im Hintergrund nur Zufall? Melanie Raabe hat ein Faible für Mysteriöses und Symbolik.
Ist die Ähnlichkeit mit dem Gemälde im Hintergrund nur Zufall? Melanie Raabe hat ein Faible für Mysteriöses und Symbolik.
Endlich einmal persönlich kennenlernen: Romy Fölck und Melanie Raabe freuten sich über den Abend im Herzberger Schloss.
Endlich einmal persönlich kennenlernen: Romy Fölck und Melanie Raabe freuten sich über den Abend im Herzberger Schloss.

Als Romy Fölck ihren ersten Roman beim Verlag einreichte, war man dort so begeistert, dass „Totenweg“ mit großem Werberummel als Hardcover veröffentlicht wurde und sie sogar gleich einen Vertrag für den Nachfolger „Bluthaus“ unterschreiben durfte. Melanie Raabe hingegen reichte zuerst mehrere Manuskripte bei Verlagen ein und bekam immer und überall nur Absagen. Irgendwann klappte es dann aber doch und inzwischen hat sie mit „Der Schatten“ ihren dritten Bestseller geschrieben.

Beim Mordharz-Festival am Donnerstag (13.09.2018) im Herzberger Welfenschloss stellten beide Autorinnen nicht nur ihre Bücher vor, sie verrieten auch viel über sich selbst, ihre Arbeit und die Entstehungsgeschichten der Erfolgsromane.

 

Atmosphäre vermitteln

Das hatte zuvor auch schon H. Dieter Neumann getan, der gleich zu Beginn von Organisator Christoph Lampert auf das Cover seines Krimis „Blutmöwen“ angesprochen wurde, auf dem ja keine Möwen, sondern Kühe zu sehen sind. „Ja, ich wollte eigentlich ein anderes Cover, doch der Verlag hat dieses genommen. Inzwischen gefällt es mir aber tatsächlich auch besser, weil es nämlich zum Buch passt“, klärte er auf.

Es geht um einen Leichenfund in der Feldmark, ein Bauer aus einem kleinen Ort, über dessen Tod niemand so wirklich traurig ist. Viel mehr aber wollte er nicht verraten, denn schließlich dürfe er in einer Lesung ja nicht die Spannung vorwegnehmen, meinte der Autor. Stattdessen gehe es ihm vor allem darum, ein wenig die Atmosphäre der Geschichte zu vermitteln. Das gelang Neumann offenbar gut, denn das Publikum im Rittersaal zeigte sich begeistert.

 

Neugierig machen

Auch in Romy Fölcks Krimi ist die Atmosphäre besonders wichtig, in diesem Fall die der Elbmarsch, die laut der Autorin sowieso „das perfekte Krimisetting“ liefert. Doch auch sie las einige Kapitel aus „Totenweg“, die neugierig auf die beiden Hauptfiguren machten, einen Ermittler, den seit vielen Jahren ein ungeklärter Mordfall nicht mehr loslässt, und eine junge Polizistin, die ebenfalls mit diesem Fall zu tun hat. Gerade diese sogenannten „Cold Cases“ reizen sie, verriet Romy Fölck.

Dementsprechend geht es auch in „Bluthaus“ wieder um eine düstere Geschichte aus der Vergangenheit, doch auch wenn das Buch schon in der übernächsten Woche erscheint, durfte sie daraus nicht zu viel verraten. Das machte zwar neugierig, doch zum Glück gab es unter ihren Zuhörern ja auch einige, die „Totenweg“ noch nicht gelesen hatten und so die Wartezeit durchaus überbrücken können.

 

Anekdoten erzählen

Melanie Raabe erzeugte diese Neugier auf ihr Buch, indem sie jene Szene las, in der ihrer Protagonistin von einer Bettlerin prophezeit wird, sie werde bald einen ihr bis dato unbekannten Mann töten. Allein das fesselte ihre Zuhörer so sehr, dass trotz der späten Stunde angespannte Aufmerksamkeit herrschte. Und als sei diese Ausgangssituation ihres Thrillers nicht mysteriös genug, erzählte die Autorin noch von ihrer Vorliebe für Symbolik.

Auf dem Cover ihres Buches ist ein toter Vogel zu sehen, was sich ebenfalls beim Lesen erschließt: Es geht darum, dass tote Vögel vom Himmel fallen werden. „Neulich war ich in Venedig und sah dort zunächst auf einem Kanal ein Boot mit einem Sarg darauf fahren, was ich schon gruselig fand“, erzählte sie, „doch kurz darauf klatschte dann eine tote Möwe direkt neben mir vom Himmel, genau wie im Buch...“

Genau diese Geschichten sind es, die Mordsharz ausmachen. Einerseits Autoren, die sich freuen, einander endlich mal persönlich kennenzulernen, und dann eben jene Anekdoten, die zeigen, dass das echte Leben manchmal kaum weniger spannend ist als ein Thriller.

 

So war der erste Tag vom Mordsharz 2018:
Der Mann, der den Krimipreis gewinnt

Mehr zu den in Herzberg gelesenen Büchern:
Idylle, die Abgründe überschattet


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