Sonntag, 22. Oktober 2017


Geschrieben von Karl Heinz Bleß / Boris Janssen am 19. Juni 2017.
Politik

Auf den Menschen schauen, nicht nur aufs Geld

Kirchberg-Klinik: MdB Thomas Oppermann hat mit Familie Gollée über Gesundheitspolitik gesprochen

Empfang vor der Villa der Kirchberg-Klinik (von links): Dr. Thomas Gans, Horst Gollée, Uwe Speit, Thomas Oppermann, Dorit Gollée und Björn Gollée.
Empfang vor der Villa der Kirchberg-Klinik (von links): Dr. Thomas Gans, Horst Gollée, Uwe Speit, Thomas Oppermann, Dorit Gollée und Björn Gollée.
Thomas Oppermann ist angetan vom eher hotelähnlichen Ambiente der Patientenzimmer.
Thomas Oppermann ist angetan vom eher hotelähnlichen Ambiente der Patientenzimmer.
Auf der Dachterrasse einer Patientensuite: Thomas Oppermann im Gespräch mit Horst Gollée – im Hintergrund reden Uwe Speit, Björn Gollée und Thomas Gans miteinander.
Auf der Dachterrasse einer Patientensuite: Thomas Oppermann im Gespräch mit Horst Gollée – im Hintergrund reden Uwe Speit, Björn Gollée und Thomas Gans miteinander.
Sorgenkind Scholmwehr: Thomas Gans, Horst Gollée, Thomas Oppermann, Dorit Gollée und Björn Gollée sowie Uwe Speit lassen den Blick über die Anlage schweifen…
Sorgenkind Scholmwehr: Thomas Gans, Horst Gollée, Thomas Oppermann, Dorit Gollée und Björn Gollée sowie Uwe Speit lassen den Blick über die Anlage schweifen…
…der Bundestagsabgeordnete verspricht den Lokalpolitikern, sich in Sachen Sanierung der Brücke einzusetzen. (Fotos: Boris Janssen)
…der Bundestagsabgeordnete verspricht den Lokalpolitikern, sich in Sachen Sanierung der Brücke einzusetzen. (Fotos: Boris Janssen)

„Wenn nur noch aufs Geld geschaut wird, dann wird’s gefährlich.“ Das ist die Botschaft, die Horst Gollée dem Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) mit auf den Weg gab, der am Donnerstag (15.06.2017) zu einem Gespräch mit der Betreiberfamilie Gollée in die Kirchberg-Klinik gekommen war. Der Mensch als Ganzes müsse im Mittelpunkt der Medizin stehen, die Kosten dürften nicht das Maß bei der Behandlung sein, verdeutlichte die Familie dem Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion.

„Die Krankenkassen schauen häufig nur aufs Monetäre“, schilderte Björn Gollée seine Erfahrungen. Durch die Fallpauschalen würden Patienten oft früher entlassen, als es sinnvoll sei. Bei vielen könnten spätere Rückfälle vermieden oder eine eventuelle Pflegebedürftigkeit zumindest verringert werden, wenn sie länger behandelt würden. Aber solche Folgekosten tragen oft Pflege- und Rentenversicherung, nicht mehr die Krankenkassen. „Es ist schlecht, dass hier nicht auch die volkswirtschaftliche Seite betrachtet wird.“

 

Möglichst umfassendes Angebot bieten

Genau solche Einschätzungen zur Gesundheitspolitik hatte sich Thomas Oppermann auch von seinem Besuch versprochen. Denn in der Kirchberg-Klinik gibt es eine so breite Spanne der Behandlungsmöglichkeiten wie kaum sonst. Hierher kommen Bundeswehrsoldaten nach einem Auslandseinsatz, Herzpatienten kommen zur Anschluss-Heilbehandlung nach einer Operation und haben die Möglichkeit, gleich die Reha anzuschließen. Auch Menschen mit psychischen oder psychosomatischen Problemen bekommen hier Hilfe. Gerade die Verbindung von Reha und Psychosomatik sei ein großer Vorteil der Kirchberg-Klinik, betonte Dorit Gollée: „Vor allem für jüngere Menschen ist die psychologische Betreuung sehr wichtig.“ Und durch das angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum biete die Klinik ein möglichst umfassendes Angebot – „so können wir Patienten, die in der Region leben, langfristig behandeln“, erklärte Björn Gollée.

Natürlich besichtigte Thomas Oppermann auch den Neubau der Klinik. Durch ihn konnte der Akutbereich auf eine Ebene konzentriert werden, ebenso die Psychosomatik. Um „patientenorientiert“ zu sein, habe man sechs Suiten für Patienten mit Partner eingerichtet, berichtete Björn Gollée. „Aber bei uns werden die Privatpatienten nicht anders behandelt als Kassenpatienten“, betonte er. Ausnahme sei nur die Chefarztbehandlung, wenn Privatpatienten das wollten.

„Genial“ findet Thomas Oppermann, dass die Therme und das Fitness-Center „Balance“ nicht nur an die Klinik angeschlossen, sondern beide auch öffentlich sind. „Das ist ein wechselseitiger Gewinn für alle – für die Klinik und für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt.“

 

Klinik begrüßt generalistische Ausbildung

Konkret wollte der Abgeordnete wissen, was die Familie Gollée von dem Bundestagsbeschluss hält, die Ausbildung in der Pflege zu reformieren. Kranken- und Altenpfleger sollen mehr generalistisch ausgebildet werden – Auszubildende durchlaufen dann zunächst die gleiche Ausbildung und können sich im letzten Ausbildungsjahr für eine Richtung entscheiden. Dafür bekam Oppermann aus der Bad Lauterberger Einrichtung nur Zustimmung. Björn Gollée erklärte, dass in der Klinik dieses schon zusammengeführt werde. Krankenpfleger könnten von Altenpflegern lernen und umgekehrt. Zuerst seien die Pflegekräfte ja sehr skeptisch gewesen, inzwischen hätten auch sie die Vorteile erkannt.

Nach der Besichtigung ging Familie Gollée zusammen mit Thomas Oppermann noch zum sanierungsbedürftigen Scholmwehr. Dessen Brücke sei gerade für die Kirchberg-Klinik eine wichtige Anbindung an die Innenstadt. Doch die Königshütte als Betreiber des Wehrs wolle oder könne nicht investieren und die Stadt dürfe es nicht, eben weil es eine Privatanlage ist. Der Politiker sicherte zu, er wolle noch einmal mit Landrat Bernhard Reuter über das Thema sprechen, und bot sich als Moderator an.

 

Stippvisite in der Innenstadt

Danach machte Oppermann noch eine Stippvisite in der Innenstadt, wo er spontan beim Modehaus Rudolphi „hereinschneite“, um sich den Neubau anzusehen. Er beglückwünschte Carsten Kröger für den „gelungenen Ausbau“ und begrüßte es, dass auch zwei weitere Geschäfte als Mieter integriert worden sind. Obwohl weitere Termine in Göttingen drängten, blieb Oppermann noch ein wenig in der Stadt, um die Atmosphäre zu genießen. Bei einem Eis in der Hauptstraße tauschte er sich weiter mit Bürgermeister Dr. Thomas Gans und dem Bad Lauterberger SPD-Vorsitzenden Uwe Speit aus.


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