Montag, 21. August 2017


Geschrieben von Boris Janssen am 25. Januar 2015
Aktuell

Guter Start für Windpark Königshagen

Einen Monat nach der Inbetriebnahme sind die Initiatoren zufrieden

Haben die ersten Winterstürme gut überstanden: Die drei Anlagen des Windparks Königshagen.
Haben die ersten Winterstürme gut überstanden: Die drei Anlagen des Windparks Königshagen.
Ihre Betreiber bekommen noch die alte Einspeisevergütung von vor der EEG-Novelle…
Ihre Betreiber bekommen noch die alte Einspeisevergütung von vor der EEG-Novelle…
…ob die in Richtung Bartolfelde geplanten vier zusätzlichen Windräder jetzt noch dazukommen, ist aber fraglich.
…ob die in Richtung Bartolfelde geplanten vier zusätzlichen Windräder jetzt noch dazukommen, ist aber fraglich.

Mark Winter ist zufrieden: Der Anschluss ans Netz war eine Punktlandung, die Windräder laufen gut, die Windverhältnisse sind prima und die ersten Stürme konnten den Anlagen nichts anhaben. „Das ist ein guter Start“, sagt der Geschäftsführer der Windenergie Königshagen GmbH & Co. KG einen Monat, nachdem der Windpark Königshagen in Betrieb gegangen ist. Am 19.12.2014 sind die drei Anlagen ans Netz angeschlossen worden. Seitdem tun sie das, was sie sollen: zuverlässig ökologischen Strom produzieren. Erst ein einziges Mal hätten sie abgeschaltet werden müssen, weil der Sturm zu stark geworden war.

Große Entspannung also in Königshagen. Zumal es zuvor für die drei Familien, die gemeinsam die GmbH bilden, noch einmal „sehr knapp und aufregend“ geworden sei. Die Anlagen mussten ja aufgrund der EEG-Novelle unbedingt noch im Jahr 2014 ans Netz gehen, um in den Genuss der höheren Einspeisevergütung zu kommen, mit der das ganze Vorhaben kalkuliert und über fünf Jahre lang geplant worden war. Am 19. Dezember war es dann soweit – und zwar am für den zuständigen Elektriker der Thüringer Energie letzten Arbeitstag des Jahres.

 

Drehzahl hat nichts zu sagen

Seitdem also drehen sich die Windräder nahezu ununterbrochen. Ihre Volllast von zwei Megawatt erreichen sie dabei erwartungsgemäß selten, meist liegt der Wert zwischen 0,2 und 1,8 Megawatt. Die weithin sichtbare Geschwindigkeit der Rotoren hat dabei nichts zu sagen: Es kommt nicht auf die Drehzahl an, sondern auf den Kraftansatz, je nachdem, in welchem Winkel die Flügel in den Wind gestellt sind. Die Drehzahl bleibt möglichst konstant – ist der Wind zu stark, wird eben der Kraftansatz reduziert.

In 100 Metern Höhe läuft’s also rund. Am Boden ist dagegen noch ein kleines bisschen zu tun, vornehmlich „Verschönerungsarbeiten“, wie sie Mark Winter nennt. Erdhaufen sollen begradigt, in Mitleidenschaft gezogene Flächen neu eingesät, Kranstellflächen zurückgebaut werden. Die großzügig entschärften Kurven bleiben der Feldflur zwischen Barbis und Königshagen jedoch erhalten: Sollte einmal eine Reparatur nötig sein oder gar ein Flügel ausgetauscht werden müssen, müsse ja womöglich wieder ein überlanger Schwertransport hier entlang fahren, erklärt Winter.

  

Große Bildergalerie zum Bau

Die Idee zum Windpark war vor über fünf Jahren am Küchentisch der Königshagener Familie Winter entstanden. Sie und zwei weitere Familien gründeten später eine Gesellschaft, die die Projektplanung übernahm und Investoren suchte. Im Juli 2014 erfolgte dann endlich der Spatenstich. Ein Windrad betreiben die Familien mit ihrer GmbH nun selbst, die beiden anderen haben private Investoren aus ganz Deutschland übernommen. Eine einzige Anlage soll übers Jahr gesehen so viel Strom produzieren, dass damit umgerechnet 850 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden könnten. Der Strom aller drei Anlagen zusammen würde damit rechnerisch für einen Großteil aller Privathaushalte im Bad Lauterberger Stadtgebiet reichen. Ob von den Stadtwerken Bad Lauterberg und der HarzEnergie bereits geplante vier weitere Windräder tatsächlich noch dazukommen, ist nach der EEG-Reform jedoch fraglich.

Viele Fotos von der Umsetzung des Millionenprojektes sehen Sie in der großen Bildergalerie „Ein Windpark entsteht“.

Weitere Informationen zum Windpark und der spannenden Entstehungsgeschichte finden Sie auch in den Artikeln zum Spatenstich sowie zum ersten Schwertransport.


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