Montag, 23. Oktober 2017


Geschrieben von Boris Janssen am 08. März 2015
Aktuell

Das sind Eure Kinder!

Einfach phantastisch: Grundschulen Barbis und Bartolfelde feiern mit der Barbiser Kita einen großen Zirkustraum

Auf sie können alle stolz sein: Die Kinder beim großen Finale in der Manege.
Auf sie können alle stolz sein: Die Kinder beim großen Finale in der Manege.
Luna mit Zirkusdirektor Mike Rosenbach.
Luna mit Zirkusdirektor Mike Rosenbach.
Tanz auf dem Seil.
Tanz auf dem Seil.
Affentheater.
Affentheater.
Echte Trapezkünstlerinnen.
Echte Trapezkünstlerinnen.
Akrobatik am Boden.
Akrobatik am Boden.
Konzentration bei der Taubennummer.
Konzentration bei der Taubennummer.
Spiel mit dem Feuer.
Spiel mit dem Feuer.

Manchmal ist Ignorieren eben doch das Beste. Wenige Stunden zuvor war die Stadtverwaltung damit heraus geplatzt, die Grundschulschließungen seien genehmigt worden, doch davon wollte am Freitagabend (06.03.2015) auf dem Barbiser Schützenplatz niemand etwas wissen. Nicht jetzt. Nicht hier. Nicht beim Höhepunkt der gemeinsamen Projektwoche der Grundschulen Barbis und Bartolfelde sowie einer Gruppe des Barbiser Kindergartens mit dem Circus Laluna: die große Abschlussvorstellung. Wie schon einmal am Vorabend hatte sich das 350 Plätze fassende Zirkuszelt komplett gefüllt. Nun wollten sie feiern – Kinder, Eltern und das Publikum aus der ganzen Stadt. Und wie sie feierten: einen großen, phantastischen Zirkustraum.

Phantastisch war die Atmosphäre unter dem Zeltdach, aufgeregt-fröhlich, neugierig-wartend. Kindliche Anspannung war greifbar. Sie machte sich aber nicht so sehr bei den Stars in der Manege breit, als vielmehr bei ihren kleinen Geschwistern. Oder nicht doch vor allem bei den Eltern? Phantastisch war die Qualität dessen, was die Kinder in nur drei Tagen gelernt, geprobt und einstudiert hatten und das sie jetzt sowas von souverän präsentierten. Vor einer Zuschauermenge, bei der andere Veranstalter richtig froh wären, wenn nur ein Drittel davon käme. Und phantastisch war auch das Programm. Eine erlebnisreiche Reise durch einen Traum voller Poesie und Phantasie.

 

Ein Traum in Technicolor

Auf diese gut zweistündige Traumreise nahm Zirkusdirektor Mike Rosenbach stellvertretend für das Publikum das kleine Mädchen Luna mit. Und spätestens als Luna auf dem Mond in die Kuppel aufstieg, war klar: Das hier ist keine Ruckzuck-Improvisation, das wird eine ernstzunehmende Show – unterstützt mit professioneller Bühnentechnik, Licht, Ton, Nebel.

Eigentlicher Opener war denn auch die Schwarzlichtnummer, die ein wahres Farbenspektakel ins dunkle Zirkusrund zauberte. Bunte Schmetterlinge, leuchtende Clownfische – die Zuschauer wurden sofort mitgerissen. Gebannt verfolgten sie, wie sicher sich die Kinder auf dem Seil bewegten oder die Magiere Kaninchen herzauberten, Menschen schweben ließen und die berühmte Jungfrau eben doch nicht zersägten. Wunderschöne Bilder lieferte die Taubendressur. Die Fakire wagten sich mutig auf Glasscherben und Nagelbretter und spielten mit dem Feuer. Und zwischendurch immer wieder die witzigen Clowns, die irgendwann auch ein bedauernswertes Opfer in die gefürchtete Schwerterkiste steckten.

Tosenden Beifall und Begeisterungsstürme entfachten die Akrobaten, besonders die Mädchen am Trapez. Sie setzten der bis dahin schon grandiosen Show noch einen drauf und überraschten mit Kunststücken, die weit jenseits dessen liegen, was man bei einer Grundschulvorführung gemeinhin erwartet. Jetzt gab es auf den Rängen kein Halten mehr.

Zum großen Finale versammelten sich alle Beteiligten zusammen in der Manege. Mit einem emotionalen Lied kehrten sie zurück von dieser Reise durch einen phantastischen Traum in Technicolor. Standing Ovations – absolut verdient. Stolze kleine Stars, stolze Eltern. Und ein stolzer Zirkusdirektor Rosenbach: „Das sind Eure Kinder!“

 

Projektwoche ein voller Erfolg

Die vorangegangene Projektwoche in den Räumen der Grundschule Barbis war also ein voller Erfolg – diese Vorstellung hat es bewiesen. Alle haben auf ein großes gemeinsames Ziel hingearbeitet. Sie haben es mit Bravour erreicht.

Dieses Zusammenwachsen der Kinder ist für Mike Rosenbach auch das Hauptziel seiner Arbeit. Und das haben er und sein Team vom Circus Laluna ganz offenbar drauf. Nicht nur, dass sie es schafften, innerhalb von drei Tagen mit völlig fremden Kindern ein solches Programm zu erarbeiten. Sie haben die Nummern auch äußerst geschickt gestaltet: Natürlich orientieren sie sich an den Fähigkeiten von Grundschulkindern. Dennoch haben die Circusleute aus den Kindern Können hervorgekitzelt, mit dem sich Zuschauer überraschen lassen. Natürlich tanzen die Seiltänzer nur einen halben Meter über dem Boden und natürlich ist immer mindestens ein Erwachsener da, der schnell eingreifen könnte. Aber das geschieht so unauffällig im Hintergrund, oder als Teil des Programms, dass die Kinder jederzeit absolut im Mittelpunkt bleiben. Die Chance, sich zu blamieren, ist winzigklein, die Chance, zu brillieren, riesengroß.

Diese Sicherheit hat sich im Laufe der Tage perfekt auf die Kinder übertragen. Bei den Proben gab es noch Unsicherheiten, das eine oder andere Zögern. Bei der großen Vorstellung dann lieferten die Kinder ihre Nummern mit bewundernswerter Souveränität ab – und das eben vor einem ziemlich großen Publikum, das den meisten Erwachsenen unerträgliches Lampenfieber beschert hätte. Doch hier: Kein Wackeln, kein Stocken, selbst die Sprechrollen saßen. Und mit jedem Applaus wurden die Kinder sichtbar stolzer und legten noch eine Schippe drauf. Sensationell!

 

„Das macht Kinder stark“

Das begeisterte auch die Leiterinnen der drei am Projekt beteiligten Institutionen. Sie betonten unisono, wie gut ihre Schützlinge zusammengewachsen seien, obwohl sie sich ja zum Teil erst einmal gegenseitig kennenlernen mussten. Und alle beobachteten zufrieden, dass sich gerade auch sonst eher zurückhaltende, schüchterne Kinder nach vorne trauten.

Nicole Möhring (Grundschule Barbis, kommissarisch) faszinierte die Bereitschaft bei den Kindern, „sich zu integrieren und sich auf Dinge einzulassen. Die Kinder haben sich großartig aneinander herangetastet.“ Nicole Kahlert-Pendzialek (Grundschule Bartolfelde) freute sich: „Hier haben alle Kinder gezeigt, dass sie Talente haben.“ Ilse Sauer-Illhardt (Kindergarten Barbis) hat Kinder über ihre Fähigkeiten hinauswachsen und neue Erfahrungen sammeln sehen: „Das macht Kinder einfach stark.“

Dankbar zeigten sich die Leiterinnen für die gute Zusammenarbeit der Mitarbeiter untereinander und für die Gastfreundschaft der Grundschule Barbis. Sie dankten den Fördervereinen dafür, dass sie die Teilnahmegebühren und Nebenkosten des Circus übernehmen. Und sie dankten für die tatkräftige Unterstützung durch die Eltern, die unter anderem Fahrgemeinschaften bildeten und beim Auf- und Abbau des Zirkuszeltes helfen mussten – denn auch das gehört zum Projekt, das Zusammenschweißen von Eltern und Lehrerkollegium. Vor allem dankten sie dem Circus-Team. Das habe großartigen Einsatz gezeigt, fand Nicole Möhring. Ilse Sauer-Illhardt sagte: „Da kam viel Wärme rüber.“

 

Extra früher aus dem Winterlager

Zirkusdirektor Mike Rosenbach ist ebenfalls vollends zufrieden mit der Woche in Barbis. Die Kinder hier seien zu einer wunderbaren Gemeinschaft gewachsen. Natürlich sei so etwas in kleineren Gemeinden immer einfacher, als in sozialen Brennpunkten. Aber: „Wenn alle Kinder so wären, wie die in Barbis und Bartolfelde, dann hätte unsere Gesellschaft wesentlich weniger Probleme.“

Schön, dass sich die Woche auch für den Circus Laluna gelohnt hat. Denn er hatte einen Extra-Einsatz gegeben: Damit die Grundschulen Barbis und Bartolfelde noch ein letztes Mal diese Projektwoche erleben konnten, hatte der Circus sein Winterlager eine Woche früher als sonst geräumt. Eigentlich gelten die Saisonkennzeichen der Fahrzeuge erst ab März, nun musste die Reise noch im Februar beginnen. Das machte einen Tausender Extra-Kosten, aber Mike Rosenbach sagt: „Das habe ich gerne gezahlt, um noch einmal hier sein zu können.“

Es erfüllen sich in der Lauterberger Grundschullandschaft nicht alle Träume. Aber bevor in Bartolfelde und Barbis der letzte Vorhang fällt, ist einer noch einmal wahr geworden: der große phantastische Zirkustraum. Applaus!

 

 

Kinder und Mitarbeiter sagen Danke

„Die Mitarbeiter und Kinder des Kindergartens Barbis und der Grundschulen Bartolfelde und Barbis bedanken sich bei allen Eltern, Sponsoren und der Presse für die tatkräftige Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt auch den Zirkusleuten, die durch ihre professionellen Anleitungen und ihre Geduld die Kinder zu unglaublichen Leistungen geführt haben und die Vorstellungen so zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für jeden Zuschauer und natürlich die Kinderartisten haben werden lassen. Sie ALLE haben dazu beigetragen, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, und dafür sind Ihnen alle Kinder und Erwachsenen sehr dankbar.“

 

Große Bildergalerie

Möchten auch Sie gemeinsam mit Luna auf Traumreise gehen? Dann klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie mit über 100 Fotos. Kommen Sie mit – es lohnt sich!

 

Auch Grundschule am Hausberg schnuppert Zirkusluft

Der Circus Laluna hat die Stadt noch nicht verlassen: In der kommenden Woche dürfen in der Kernstadt die Kinder der Grundschule am Hausberg in die bunte Zirkuswelt eintauchen.


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