Donnerstag, 19. Oktober 2017


Geschrieben von ski am 07. Juni 2017
Aktuell

Burgruine Scharzfels: Einweihung der Eleonoren-Kammer und historische Lesung

Texte der Eleonore von dem Knesebeck sind in der Schlossgaststätte zu sehen

Das Tor zur Burgruine Scharzfels mit einer der Infotafeln, die die ArGe dort angebracht hat
Das Tor zur Burgruine Scharzfels mit einer der Infotafeln, die die ArGe dort angebracht hat
Prinzessin Sophia Dorothea von Hannover und Graf Philipp Christoph von Königsmarck. Von Eleonore selbst gibt es kein Bildnis
Prinzessin Sophia Dorothea von Hannover und Graf Philipp Christoph von Königsmarck. Von Eleonore selbst gibt es kein Bildnis

Die Texte von Eleonore von dem Knesebeck erzählen die Geschichte eines Skandals - und der hat mit der Burg Scharzfels zu tun.

Eleonore von dem Knesebeck, aus altem niedersächsischem Adelsgeschlecht um 1655 geboren, war Kammerfräulein der Prinzessin Sophie Dorothea von Celle, Ehefrau des Erbprinzen, späteren Kurfürsten von Hannover und Königs von England Georg I. Als Vertraute der Prinzessin war sie eingebunden in deren verhängnisvolle Liebesbeziehung zu dem Grafen Philipp-Christoph von Königsmarck. Nach dem Auffliegen des Skandals und der Ermordung des Liebhabers auf höchstes Geheiß, wurde Eleonore als Mitwisserin einer Staatsaffäre am 3. Februar 1695 auf der Burg Scharzfels - damals kurhannoversches Staatsgefängnis - ohne Gerichtsurteil und bei völliger Kontaktsperre auf Lebenszeit eingekerkert.

Eleonore erlitt damit schlimmes Unrecht. Davon zeugten Dutzende von Inschriften, die sie mit Ruß und Kohle aus ihrem Ofen an die Zellenwände schrieb: Gedichte, kurze Texte der Verzweiflung und Wut, vor allem aber Gebete. Erst nach der Flucht am 5. Nov. 1697 wurden die Inschriften entdeckt und der Burgkommandant bekam Weisung, diese wortgetreu abzuschreiben. Im Kerzenschein auf dem Fußboden der Zelle liegend, so der Kommandant später, musste er notieren, was Eleonore bis auf die Fußleisten im wahrsten Sinne des Wortes „niedergeschrieben“ hatte. Die Abschriften liegen noch heute auf 30 Folioseiten im Hauptstaatsarchiv Hannover.

Nun hat die ArGe Burgruine Scharzfels die Initiative ergriffen, um diese kleinen Texte dem Vergessen zu entreißen. Anlass ist der 300. Todestag der Eleonore von dem Knesebeck in Braunschweig am 21. Juni 1717.

Der Nebenraum der Schlossgaststätte wurde zum Gedenken als „Eleonoren-Kammer“ hergerichtet. Mit alter Currentschrift sind nun die Wände mit einer Auswahl dieser Texte versehen. Sie lassen Leid, Verzweiflung, Wut und Zuversicht über das widerfahrene Unrecht erahnen.
Am 21. Juni 2017 um 15:00 Uhr soll die „Eleonoren-Kammer“ eingeweiht werden. Annett Illert von der Schlossgaststätte und die ArGe Burgruine freuen sich über zahlreichen Besuch!

Lesung im Welfenschloss

Am gleichen Abend findet eine historische Lesung im Welfenschloss Herzberg statt. Aus Anlass des 300. Todestages der Eleonore von dem Knesebeck, lesen, begleitet von Musik des Barock, Almut Wilms aus Bad Lauterberg und Dr. Friedrich Seven aus Scharzfeld aus den Liebesbriefen des berühmten Königsmarck-Briefwechsels, den beide in größter Geheimhaltung über mehrere Jahre pflegten: bis zur Ermordung des Grafen am 1. August 1694 im Leineschloss, dem heutigen niedersächsischen Landtag.

Schloss Herzberg, SchlossCafé, Mittwoch, 21. Juni, 19:00 Uhr. Veranstalter ist die Arbeitsgemeinschaft Burgruine Scharzfels, Dr. Sigrid Vogel und Firouz Vladi, Der Eintritt ist frei, Spende zugunsten der Arbeit der ArGe Burgruine Scharzfels sind erwünscht.


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