Montag, 22. Januar 2018


Geschrieben von ski am 26. Juni 2017
Aktuell

"Einen gangbaren Weg finden": Neue Selbsthilfegruppe „Krebs - und danach...“ in Bad Lauterberg

Betroffene und Angehörige informieren sich und tauschen sich aus

Inge Holzigel, Andrea Wachsmuth (von li.)
Inge Holzigel, Andrea Wachsmuth (von li.)

Immer am vierten Mittwoch des Monats treffen sich von Krebs Betroffene und Angehörige im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Ins Leben gerufen wurde die neue Selbsthilfegruppe von der Gleichstellungsbeauftragten Inge Holzigel und von Andrea Wachsmuth, die bereits seit vielen Jahren eine ähnliche Gruppe in Osterode leitet. In Bad Lauterberg hatte bislang eine entsprechende Gruppe gefehlt – bis zum März dieses Jahres.

Dabei ist der Bedarf vorhanden: etwa eine halbe Million Menschen erkrankt in Deutschland jährlich neu an Krebs. Etwa 50 % aller erwachsenen Patienten können heute vollständig geheilt werden. Das unkontrollierte Wachstum bösartiger Zellen kann überall im Körper auftreten. Die Symptome sind vielfältig, es gibt aber auch viele Behandlungsmöglichkeiten. Die häufigsten Krebsarten sind bei Frauen Brustkrebs, bei Männern Prostatakrebs. Außerdem treten Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs und Gebärmutterhalskrebs häufig auf.  Doch es gibt natürlich auch etliche eher unbekannte Krebsarten. Ein Beispiel: auch Männer können von Brustkrebs betroffen sein.

Jeder kann kommen, ganz unverbindlich: „Wir sind kein Verein und es entstehen keine Kosten“, erklärt Inge Holzigel. Die neue Gesprächsgruppe wurde gleich gut angenommen. „Zu uns kommen Männer und Frauen, die von der Diagnose Krebs betroffen sind, aber auch Angehörige. Das zeigt, dass es einen Bedarf für dieses Angebot gibt".

In erster Linie geht es um den Austausch und die gegenseitige Unterstützung: „Durch psychosoziale Begleitung wollen wir die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, Ängste nehmen, über rechtliche Themen und soziale Hilfen informieren. Wir geben jedoch keine direkte Empfehlung zu medizinischen Themen, sondern beraten aus eigener Betroffenheit“, so Andrea Wachsmuth. Sie ist  leitet die Gruppe inhaltlich, während Inge Holzigel die Organisation übernimmt. Als selbst von der Diagnose Krebs Betroffene leitet Andrea Wachsmuth bereits seit einigen Jahren eine ähnliche Selbsthilfegruppe in Osterode und verfügt somit über viel Erfahrung.

Die Gruppe bietet den Betroffenen vielerlei Möglichkeiten, ihre Sorgen, Nöte und Ängste nach der erschütternden Diagnose mit anderen zu teilen oder auch Mut machenden Zuspruch zu erfahren. Gemeinsam mit anderen an Krebs erkrankten Frauen und Männern lässt sich unter Umständen viel besser ein gangbarer Weg durch das Leben mit der Krankheit finden.

Die Stadt stellt den kleinen Sitzungssaal, der eher ein größerer Besprechungsraum ist, im Rathaus für die Treffen zur Verfügung. „Wir wollten einen neutralen Ort haben“, so erklärt Inge Holzigel; „und natürlich ist es wichtig, dass die Treffen nicht in der Öffentlichkeit stattfinden“. Denn hier werden oft auch sehr persönliche Themen besprochen, und die Teilnehmer können gewiss sein: „Was in dieser Gruppe geredet wird, das bleibt auch in der Gruppe und dringt nicht nach außen.“ Nur so kann die Atmosphäre entstehen, in der auch sensible Angelegenheiten besprochen werden können und sich die Gruppenteilnehmer gegenseitig unterstützen.

Das nächste Treffen findet statt am Mittwoch, den 28.06.2017 um 17 Uhr im Rathaus, kleiner Sitzungssaal. Es ist keine Anmeldung erforderlich; es entstehen auch keine Kosten. Für Rückfragen ist Andrea Wachsmuth erreichbar unter Tel. (Tel.: 05522-83656), Inge Holzigel unter Tel. (Tel.: 05524-800110).


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