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Dienstag, 11. Dezember 2018
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Geschrieben von Peter Bischof am 20. September 2018
Aktuell

Am und im Schloss wird kräftig gebaut

Sanierung des Welfenschlosses Herzberg: Rettungs- und Wartungsweg wird angelegt

Blick vom neuen Weg auf das Torhaus, in dem zurzeit auch kräftig gearbeitet wird. (Fotos: Förderverein Schloss Herzberg)
Blick vom neuen Weg auf das Torhaus, in dem zurzeit auch kräftig gearbeitet wird. (Fotos: Förderverein Schloss Herzberg)
Der Rettungs- und Wartungsweg außen am Schloss, hier die Seite am Stammhausflügel, nimmt Formen an.
Der Rettungs- und Wartungsweg außen am Schloss, hier die Seite am Stammhausflügel, nimmt Formen an.
Die Außenseite des Grauen Flügels mit Treppe und Balkon. Von hier aus werden auch die Arbeiten an der Sieberseite gesteuert.
Die Außenseite des Grauen Flügels mit Treppe und Balkon. Von hier aus werden auch die Arbeiten an der Sieberseite gesteuert.
An der Außenseite des Sieberflügels kann der Rettungs- und Wartungsweg nur mittels einer Stahlkonstruktion eingerichtet werden.
An der Außenseite des Sieberflügels kann der Rettungs- und Wartungsweg nur mittels einer Stahlkonstruktion eingerichtet werden.
Bisher ist ein schmaler Pfad nur mit Spanplatten notdürftig gesichert.
Bisher ist ein schmaler Pfad nur mit Spanplatten notdürftig gesichert.

Die schweren Lkw rangieren im Moment fast täglich vorsichtig die schmale Straße „Am Weinberg“ zum Welfenschloss Herzberg hinauf. Am frühen Morgen und am Abend sind die Handwerker mit ihren Pritschenwagen auf der Schlossstraße und Am Freudenstein zu sehen.

Am und im Welfenschloss Herzberg wird zurzeit kräftig gearbeitet, sowohl innen als auch außen. „In den letzten Tagen und Wochen haben die Bautätigkeiten an den Schlossgebäuden sowie an den Außenanlagen massiv zugenommen“, bestätigt auch Andreas Birner, Architekt beim Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen. Die finanziellen Mittel dafür sind vorhanden. Nachdem das Land Niedersachsen im letzten Jahr 7,5 Millionen Euro für die Restaurierung und Sanierung des Schlosses bewilligt hat, kamen in diesem Jahr vom Bund sieben Millionen Euro dazu. Allerdings werden die Gesamtkosten für die komplette Restaurierung des Schlosses auf über 20 Millionen Euro geschätzt.

 

Baustellenfläche Grauer Flügel

„Im Marstallgebäude haben die Gründungsarbeiten, am Torhaus die Abbruch- und Zimmerarbeiten begonnen“, so Andreas Birner weiter. „Und um das Schloss herum werden Erdarbeiten für den Wartungs- und Rettungsweg sowie die Baustellenfläche ,Grauer Flügel‘ eingerichtet.“

Die Arbeiten für den Rettungs- und Wartungsweg können Besucher des Schlosses bereits am Parkplatz sehen. Vor dem Torhaus geht der Weg rechts ab entlang des Hirschgrabens Richtung Sieberhang, um dann auf der anderen Seite des Hirschgrabens zurück Richtung inneres Schlosstor zu führen. In einer Art Serpentine geht es hier wiederum in die andere Richtung bis kurz vor den Schlossgarten des Restaurants.

 

„Für den Marstallflügel war es ,fünf nach zwölf‘.“

Andreas Birner, Architekt beim Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen

 

 

Planierte Arbeitsflächen

Auf der Außenseite des Grauen Flügels, der vom Innenhof gesehen rechts vom Schlossturm liegt, sind bereits planierte Arbeitsflächen angelegt. „Wir haben diese Wege und kleinen Plätze gleich so befestigt, dass sie später zu begrünen und zu nutzen sind", erläutert Andreas Birner.

Auf dieser Seite, an der Außenecke von Grauem Flügel und Stammhausflügel, war in früheren Zeiten einer der Zugänge zum Schloss, wie auf älteren Stichen zu sehen ist. Im Grauen Flügel waren um 1650 zu Zeiten von Christian Ludwig, seinen Brüdern und seiner Mutter Anna Eleonore Speisesäle für die Herzöge und ihr Gefolge untergebracht. An dieser Außenecke war eine breite Treppe mit riesigen Steinstufen angebaut. Die mächtigen Stufenquader sind zurzeit seitlich am Hang gelagert. Sie sollen später wieder die Treppe bilden.

 

Schwieriges Gelände am Sieberflügel

Auf der Außenseite des Grauen Flügels sind eine weitere Treppe und ein Balkon angebracht. Letzterer diente in früheren Zeiten sicherlich den Schlossresidenten zum Ausblick auf ihre Ländereien und das Schlossvorwerk.

Hinter der Ecke mit dem Schlossturm beginnt der Sieberflügel. Hier fällt der Hang steil ab, zurzeit ist dort nur ein mit Spanplatten gesicherter Trampelpfad für die Arbeiter begehbar. „Wir werden hier den Rettungs- und Wartungsweg mit einer Metallkonstruktion sichern und nutzbar machen müssen“, sagt Dipl.-Ing. Ulrich Rütjerodt, ebenfalls vom Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen.

Bei den Baumaßnahmen stoßen die Beteiligten ab und zu auch auf kleine Überraschungen. So wunderte sich Ulrich Rütjerodt, warum unten außen am Stammhausflügel ein gemauerter Fenster- oder Türsturz auftauchte, obwohl an dieser Stelle eigentlich kein Kellergewölbe sein sollte. Oder er entdeckte im Bauschutt die Reste kleiner Steinfiguren.

 

Stahlbetonplatte für den Marstallflügel

Parallel zu den Außenarbeiten wird im Schlossinneren am Marstallflügel, am Torhaus und im Uhrenturm kräftig gebaut. Im Torhaus sollen Teile des Archivs des Amtsgerichts untergebracht werden. Der Uhrenturm wird mit neuen Holzbalken stabilisiert, die Figuren werden in einer Werkstatt restauriert.

Die schwierigste Baustelle ist der Marstallflügel, der seit Jahrzehnten nicht genutzt wurde. Hier war es nicht fünf vor, sondern eher fünf nach zwölf, so Andreas Birner.

Um das Gebäude zu stabilisieren und zu sanieren, werden bis zu zwölf Meter lange Pfähle in den Boden getrieben. Auf die Köpfe der Pfähle kommt im Inneren des Gebäudes eine Stahlbetonplatte.

 

Mindestens eine Wohnung soll bleiben

Ist der Marstallflügel fertig, werden Teile des Amtsgerichtes aus dem Grauen Flügel in den Marstallflügel umziehen. Hier sollen im ehemaligen Theaterraum großzügige Büros entstehen, die zudem mit Glaswänden aufgelockert und aufgewertet werden sollen.

„Der ehemalige Zuschnitt des Theateraumes soll aber auf jeden Fall erhalten werden", so Andreas Birner. Auf jeden Fall ist auch geplant, mindestens eine Wohnung im Schloss zu belassen. Wichtig sei, das Leben rund um die Uhr in der Anlage zu erhalten.

 

Parkplätze am Vormittag Mangelware

Tagsüber pulsiert das Leben im Schloss ohnehin. Da sind die Mitarbeiter des Amtsgerichtes, die Besucher des Schlossmuseums und des Restaurants und natürlich die Handwerker. Durch die Arbeiten an den Außenanlagen sind zusätzliche Gewerke vor Ort, die weitere Flächen für Materiallagerung notwendig machen. „Es wird also enger auf den Flächen vor dem Schloss“, so Andreas Birner.

Vor allem die Parkplatzsituation ist an manchen Tagen angespannt. Das Staatliche Baumanagement ist bemüht, Lösungen zu finden. „Grundsätzlich sind alle Beteiligten froh, dass am Schloss endlich saniert, modernisiert und investiert wird. Deshalb müssen in der Bauzeit natürlich gewisse Unannehmlichkeiten hingenommen werden. Das ist allen bewusst und wird auch von allen akzeptiert.“

 

Busparkplatz beibehalten

Martina Mantek vom Schlossrestaurant betont deshalb auch immer wieder gegenüber ihren Gästen, dass von den Baumaßnahmen letzten Endes auch die Besucher des Schlosses profitieren würden. Bei den Familienfeiern am Wochenende oder an den Abenden sind ohnehin genug Parkplätze vorhanden. Wenn Busse kommen, versucht sie, in Absprache mit den Fahrern den nötigen Platz zu schaffen.

„In Abstimmung mit der Stadt Herzberg wird der Busparkplatz beibehalten“, so Andreas Birner. „Die freien Flächen werden wir mit den Planern sowie den Nutzern des Schlosses neu organisieren und abstimmen.“

Man versuche das Bestmögliche, aber es sei nicht auszuschließen, dass bei erhöhtem Besucheraufkommen auch gelegentlich Fahrzeuge unten am Berg geparkt werden müssten. Wobei es sicherlich ganz spannend sei, auch mal zu Fuß zum Schloss zu gehen. Und so hoch ist der Schlossberg ja auch nicht.


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