Freitag, 18. August 2017


Geschrieben von Mareike Spillner (Kirchenkreis Harzer Land) am 17. März 2017
Kirchen

Trommeln ist ihr Hobby

Serie Willkommenskultur des Kirchenkreises Harzer Land: Agid, Sina und Bashar lernen beim Musikcorps Marchingpower das Vereinsleben kennen

Finden Blasmusik cool: Agid, Sina und Bashar.
Finden Blasmusik cool: Agid, Sina und Bashar.
b_300_0_16777215_00_http___www.lauterneues.de_images_stories_com_form2content_p21_f6219_403.jpg
Beim Workshop im Stadthaus Ahnstraße.
Beim Workshop im Stadthaus Ahnstraße.
Das Musikcorps studiert viele neue Stücke ein.
Das Musikcorps studiert viele neue Stücke ein.

Sie spielen kein Fußball, wie andere Jungs in ihrem Alter. Auch kein Basketball. Nein, Trommeln ist das Hobby von Sina aus dem Iran, Agid und Bashar aus Syrien. Die drei sind 16 und 17 Jahre alt, vor längerem aus ihren Herkunftsländern geflohen und wohnen seit geraumer Zeit in Bad Lauterberg. Zum Musikcorps Marchingpower hat es sie vor kurzem durch einen Zufall verschlagen. Im Radio eines Freundes lief Blasmusik. „In unseren Heimatländern gibt es zwar Instrumente – aber dort wird andere Musik gespielt“, erklärt Sina lächelnd. Er fand die moderne Blasmusik cool und kam zur Probe des noch jungen Vereins.

Die Übungsabende finden jeden Montag und Mittwoch ab 18.30 Uhr im Stadthaus in der Ahnstraße statt. Die Instrumente werden gestellt. „Es nehmen immer so 15 bis 20 Aktive teil“, erklärt Sascha Pohl, Leiter des Musikcorps. „Insgesamt sind wir etwa 70 aktive und passive Mitglieder.“ Pohl hatte Ende 2014 die Idee und rief über Facebook zur Gründung eines Musikzuges auf. Seitdem befindet sich Marchingpower im Aufbau: Jeder, der Interesse hat, ein Blasinstrument zu spielen oder zu testen, ob dieses Hobby überhaupt etwas für ihn ist, kann gerne zu den Proben kommen. Zur Wahl stehen Trompete, Saxophon, Mellophon, Bariton, Sousaphon oder eben die Paradetrommel.

 

„Keine Ahnung, wie es heißt – aber es macht viel Spaß“

„Keine Ahnung, wie es heißt – aber es macht viel Spaß“, sind sich die drei neuen Schützlinge des Vereins einig. Und obwohl Sina erst seit etwa sechs Monaten mitmacht, hat er bereits an einigen Auftritten teilgenommen. So zum Beispiel beim Rosenmontagsumzug in Pöhlde. „Das war toll!“, erklärt er lächelnd. Sina ist der einzige der drei Jungs, der bereits auf Erfahrung im Spielen eines Musikinstrumentes zurückblicken kann. „Ich trommle schon seit zehn Jahren, seit ich ein kleines Kind war“, erzählt Sina, der außerdem in seiner Freizeit gerne Volleyball spielt.

Er hat seine Kumpels gefragt, ob sie nicht ebenfalls bei Marchingpower mitmachen möchten. Der heutige Workshop mit dem Leiter von Powerbrass Sudmerberg ist erst ihr dritter Probetermin. „Wir freuen uns sehr, dass die drei mitmachen und wir ihnen ein bisschen zeigen können, was Vereinsleben bedeutet“, sagt Sascha Pohl. Und er findet: „Wenn wir dabei deutsche Kultur vermitteln und etwas zur Integration beitragen können, ist das umso besser.“

Näheres zum Verein, der bis zum nächsten Auftritt viele neue, moderne Stücke einstudieren wird, gibt es auf der Website des Vereins unter www.musikcorps-marchingpower.de (externer Link).

 

Ein Artikel aus der Serie „Willkommenskultur“ des Kirchenkreises Harzer Land über Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur in der Region. Weitere Artikel folgen in lockeren Zeitabständen.


.................................................................................................................................................


Kommentare

  • Keine Kommentare gefunden
Melde Dich an um zu kommentieren

Blaulicht

Bild der Woche