Freitag, 20. Oktober 2017


Geschrieben von Mareike Spillner (Kirchenkreis Harzer Land) am 24. März 2017
Kirchen

Geburtstag einer Erfolgsgeschichte

Serie Willkommenskultur des Kirchenkreises Harzer Land: Zehn Jahre „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge Bad Sachsa“

Familie Sadar mit Karin Hesse-Lehmann.
Familie Sadar mit Karin Hesse-Lehmann.
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Vorsitzende Karin Hesse-Lehmann.
Vorsitzende Karin Hesse-Lehmann.
Karin Hesse-Lehmann mit Dr. Sabine Radtke.
Karin Hesse-Lehmann mit Dr. Sabine Radtke.
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Kinderlachen, Getümmel und gute Gespräche: Das Gemeindehaus in Bad Sachsa ist am Dienstagabend (21.03.2017) beim Anstehen am persischen Buffet aus allen Nähten geplatzt. Denn die „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge Bad Sachsa“ feierte zehnten Geburtstag. Seit 2006 setzt sie sich für Geflüchtete ein, die Anerkennung als gemeinnütziger Verein erfolgte 2007. Anlässlich des Jubiläums luden die Verantwortlichen des Vereins um Vorsitzende Karin Hesse-Lehmann und die evangelische St. Nikolai-Kirchengemeinde in Bad Sachsa zu einem kulturellen Austausch und zum Feiern des Neujahrs- und Frühlingsfestes „Nouruz“ ein.

 

Unterstützung, Begleitung, kultureller Austausch

„Wir sind mit etwa 20 Mitgliedern ein kleiner Verein – aber wir haben in den zehn Jahren unseres Wirkens eine Erfolgsgeschichte geschrieben“, sagte Hesse-Lehmann, die viele Gäste aus dem Ort, Familien und Paten begrüßen konnte. So sieht der Verein seine Aufgabe darin, mit Geld- und Sachspenden zu unterstützen – aber auch durch Begleitung bei Alltagsangelegenheiten und Problemen. Darüber hinaus wird durch Vorträge und Veranstaltungen der kulturelle Austausch gefördert.

Anhand einer Fotopräsentation zeigte die Vorsitzende die bisherigen Einsatzgebiete, in denen der Verein mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Fürsprecher Hilfe zur Selbsthilfe geleistet hat: 2014 bei der Flutkatastrophe in Bosnien, 2015 ebenfalls dort mit der Übergabe eines Sonographie-Gerätes sowie von Gehhilfen und Rollatoren und 2016 durch eine weitere Unterstützung des dortigen Gesundheitswesens. „Dabei ist Dr. Sabine Radtke der Motor unseres Vereins“, stellte Hesse-Lehmann fest. Sie dankte auch der 2. Vorsitzenden Milanka Scholz herzlich für ihr Engagement. Außerdem wurden Doris Lesk, Hildegard Jungke und Christel Hoffmann sowie die gute Zusammenarbeit mit Kulturforum, Stadt und Kirche besonders erwähnt.

 

Persisches Neujahrsfest gefeiert

„Doch nun lassen Sie uns gemeinsam das Neujahrsfest feiern“, schloss die Vorsitzende, bevor sie Najmeh Sadar und ihrer Familie für die mit Liebe gedeckte Festtafel und das üppige persische Büffet mit Reisvariationen, gefüllten Auberginen, Fleischbällchen und Nachspeisen dankte. Denn anlässlich des Festes muss das „Haft Sin“ zubereitet werden. Dabei handelt es sich um sieben Elemente, die sich auf der Festtafel befinden: Sabzeh (Weizensprossen) für die Munterkeit, Samanou (Pudding aus Weizen) für den Segen, Sir (Knoblauch) für den Schutz, Senjed (Mehlbeere) als Saat des Lebens, Serkeh (Essig) als Symbol für Fröhlichkeit, Sib (Apfel), der Gesundheit ausdrückt, und Somagh (Gewürzsumach) als Geschmack des Lebens. Selbst die Dekoration der Tafel für das Iranische Neujahrsfest ist vorgeschrieben. Nicht fehlen dürfen Hyazinthen (Freundschaft), Münzen (Wohlstand), ein Spiegel (Ehrlichkeit), eine Kerze (Feuer), ein bemaltes Ei (Fruchtbarkeit) Goldfische im Wasser (Glück) und ein Glaubensbuch (Weisheit). Noch lange saßen die Gäste bei dem persischen Festmahl zusammen, gingen auf einander zu, lernten sich kennen und führten gute Gespräche. Denn das macht Integration aus.

 

Infos zum Verein bei der Vorsitzenden Karin Hesse-Lehmann, Telefon 05523 / 28 36.
Spenden an die „Initiative für zurückgekehrte Flüchtlinge“, Stadtsparkasse Bad Sachsa, IBAN DE84 2635 1445 0000 0130 37.

 

Ein Artikel aus der Serie „Willkommenskultur“ des Kirchenkreises Harzer Land über Flüchtlingshilfe und Willkommenskultur in der Region. Weitere Artikel folgen in lockeren Zeitabständen.


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