Montag, 26. Juni 2017


Geschrieben von Christian Dolle, Kirchenkreis Harzer Land am 09. April 2017
Kirchen

Die Gleichzeitigkeit von Einzigartigkeit und Andersartigkeit

Der Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer wird den Festvortrag beim Luther-Happening in Osterode halten

Zum Luther-Happening kommt Prof. Dietrich Grönemeyer in die Osteroder Stadthalle
Zum Luther-Happening kommt Prof. Dietrich Grönemeyer in die Osteroder Stadthalle

Noch kein Geschenk zu Ostern? Wie wäre es denn mit etwas für Seele, Geist und Körper. Das Büchlein „Wir – Vom Mut zum Miteinander“ von Dietrich Grönemeyer ist auf jeden Fall etwas für Geist und Seele, der Autor jemand, der aus seiner medizinischen Sicht beide in Verbindung mit dem Körper betrachtet, stärker als viele seiner Berufskollegen.

Der im Kirchenkreis Harzer Land, genauer in Clausthal-Zellerfeld geborene Arzt, Professor und Autor betrachtet nicht allein die herkömmliche Schulmedizin, sondern dazu auch Therapieformen aus anderen Kulturkreisen, Naturheilkunde oder die traditionelle chinesische Medizin. Daher betrachtet er den Menschen physisch und psychisch und schreibt über vieles, was mehr als rein medizinisch ist.

Das trifft auch auf sein „Wir“ mit dem Untertitel „Ein Manifest“ zu. In diesem Büchlein geht es Grönemeyer um nicht weniger als um das friedliche Zusammenleben der gesamten Menschheit, das aus seiner Sicht so einfach sein könnte. Ist es in unserer globalisierten Welt aber nicht, gerade in den letzten Jahren scheint es durch eine immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich, durch die uneingeschränkte Herrschaft des Kapitalismus und vor allem durch religiöse oder nationalistische Fanatiker sogar schwerer denn je.

Dabei sind es laut Grönemeyer im Grunde nur zwei Faktoren, die die Welt dem Frieden ein gutes Stück näher bringen können. Zum einen müssten wir Menschen begreifen, wie ähnlich wir alle einander sind, wie wenig Unterschied Hautfarbe, Religion etc. doch ausmachen. „Gerade weil unsere Erde aus dem Gleichgewicht zu geraten droht, unser Leben – das aller und das des Einzelnen – seine Balance verlieren könnte, wächst ein neues Bewusstsein für diese Gefahr, das Verlangen nach der Gemeinsamkeit aller Menschen“, heißt es im Buch, „Geschwisterlichkeit, das ist für mich als Naturwissenschaftler auch ein naturgegebenes Faktum. Denn die DNA aller Menschen ist ja zu mehr als 99 Prozent identisch.“

Somit müssten wir die natürliche Angst vor dem Fremden überwinden, um in einer immer enger zusammenwachsenden Welt, die ja ebenfalls ein Fakt ist, Stabilität erreichen zu können. Das heißt nach Grönemeyer aber keinesfalls, dass wir alle gleich sein sollen, denn zweitens müssten wir den Mut finden, uns nicht von der Wirtschaft zum Konsumenten und gläsernen Kunden machen zu lassen, sondern uns zu unserer Individualität bekennen und diese auch in all ihren Facetten ausleben.

Eine Gemeinschaft lebe eben immer nur durch starke Persönlichkeiten und Heterogenität. Das mache die Menschheit aus und ist damit für Grönemeyer der zweite entscheidende Schritt, um Zukunft aktiv und zum Wohl aller gestalten zu können. „Ob wir nun Christen, Juden, Moslems, Hindus, Freidenker oder Anhänger eines anderen Glaubens sind, wir dürfen nicht nur die Gemeinschaft der Gleichgesinnten im Blick haben, sondern sollten auf die Vielfalt des Lebens schauen“, schreibt er und hält dann fest: „Diese wunderbare Gleichzeitigkeit von Einzigartigkeit und Andersartigkeit macht – so empfinde ich es – das Leben besonders lebenswert.“

Letztlich sind es banale Wahrheiten, die Grönemeyer in seinem Manifest ausdrückt. Doch unsere Zeit mit all ihren Problemen und gerade im Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen in unserem Land, die er explizit anspricht, diese Zeit, so scheint es, braucht jemanden, der diese Wahrheiten ausspricht. Jemanden, der uns dazu ermahnt, nicht ausschließlich in Religionsgemeinschaften und Nationalitäten zu denken, sondern vielmehr in den Kategorien Menschheit und Individuum.

Um das – zugegeben – kleine Büchlein als Ostergeschenk abzurunden, könnte ihm dann ja eine Einladung zum Luther-Happening „Danke, Martin!“ beigefügt werden. Dort nämlich wird Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer am Freitag, 1. September, in der Osteroder Stadthalle den Festvortrag halten und ganz bestimmt den einen oder anderen Gedanken seines Buchen noch vertiefen. Der Eintritt ist frei, aber bei Geschenken sollte es ja schließlich auf die gute Idee und nicht auf den Preis ankommen.


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