Freitag, 20. Oktober 2017


Geschrieben von Mareike Spillner (Kirchenkreis Harzer Land) am 02. Juni 2017
Kirchen

Kirche im Supermarkt

Reformationstüren machen in Herzberg und Lonau Station – Und die Stiftung der Christusgemeinde feiert Jubiläum

Kirchentüren am Supermarkteingang: Elisabeth Kienzle (links) und Friederike Lachmann freuen sich, dass viele Passanten der Anregung gefolgt sind...
Kirchentüren am Supermarkteingang: Elisabeth Kienzle (links) und Friederike Lachmann freuen sich, dass viele Passanten der Anregung gefolgt sind...
…und zahlreiche „Thesen“ angeschlagen haben.
…und zahlreiche „Thesen“ angeschlagen haben.

Sie haben ja bereits vielerorts für Aufsehen gesorgt – die beiden historischen Kirchentüren aus Lautenthal, die während des Reformationsjubiläums durch die Gemeinden des Kirchenkreises Harzer Land wandern. Ganz besonders originell war allerdings ihr Standpunkt an den letzten beiden Maitagen 2017: der Herkules-Supermarkt in Herzberg. „Dort standen die Türen zwei Tage lang und es wurden eifrig Thesen angeschlagen“, freut sich Elisabeth Kienzle, Vorsitzende des Kirchenvorstands der Christuskirche. Denn Sinn und Zweck der Türen ist, es Martin Luther gleich zu tun, der mit seinen 95 Thesen an der Schlosstür zu Wittenberg die Reformation in Gang gebracht hat.

Sind also in Zukunft auch in den Herzberger Kirchen Neuerungen zu erwarten? „Wir sind jedenfalls ganz gespannt auf die Anmerkungen zum Gemeindeleben und zum Ort an sich“, führt Friederike Lachmann vom Kirchenvorstand weiter aus. Man habe sich für den Standort Supermarkt entschieden, um direkt im Geschehen zu sein. „Kirche sollte da sein, wo die Menschen sind. Wir fanden das sehr spannend“, so Kienzle. Und die Passanten scheinbar auch, denn die beiden Türen waren jeden Tag schnell voller Thesenanschläge. So wurden mehrmals weiße Thesenblätter nachgelegt.

Die Thesen Luthers vor 500 Jahren waren vor allem gegen den Ablasshandel gerichtet, also gegen die Vorstellung, man könne sich mit Geld das ewige Heil erkaufen. Welche Veränderungen die Menschen gerne in ihren Kirchen in Herzberg und Lonau anstoßen möchten, wird sich bald zeigen. Und auch, welche Wünsche an das Miteinander in der Stadt und in den Dörfern gestellt werden. Bis Ende Mai waren die Türen in der Nicolaikirche in Herzberg aufgestellt, am 30. und 31. Mai 2017 im Eingangsbereich des Herkules-Marktes, noch bis zum 11. Juni 2017 werden sie in der Herzberger Christuskirche zu bewundern sein und vom 12. bis 18. Juni 2017 in der Michaeliskirche in Lonau. „Alle Bewohner aus Herzberg und Lonau sind eingeladen, ihre Reformvorschläge in kurzen Thesen zu formulieren und an die Reformationstüren zu nageln“, rufen die Kirchenvorstände zur Teilnahme auf.

 

Zehn Jahre Stiftung „Lebendige Kirche vor Ort“

Und noch ein weiteres Ereignis in der Christuskirche naht: zehn Jahre Stiftung „Lebendige Kirche vor Ort“. Dabei lautet das Motto des Festwochenendes vom 9. bis 11. Juni 2017 „Voll Vertrauen in die Zukunft“. Bei einem abwechslungsreichen Programm stehen die Menschen der Gemeinde, alle Stifter, Spender und Förderer mit ihrer Stiftung im Mittelpunkt.

Auftakt bildet am Freitagabend, 9. Juni, ein Festakt in der Christuskirche mit anschließendem Buffet. Die Festrede wird Heinz Behrends, Superintendent i.R., halten.

Am Samstag, 10. Juni, findet ab 15 Uhr ein Gemeindefest statt. Bei Gegrilltem, Kaffee und Kuchen wird die „Original Südharzer Blaskapelle Lonau“ aufspielen und am Abend um 19.30 Uhr ist das Northeimer „Theater der Nacht“ mit einem Märchenabend und Musik zu Besuch.

Den Ausklang des Festwochenendes bildet am Sonntag, 11. Juni, das Stiftungsfest mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr und anschließendem Jazzfrühschoppen mit der „Waitingroom Jazzband“. Der Eintritt ist frei.


.................................................................................................................................................


Kommentare

  • Keine Kommentare gefunden
Melde Dich an um zu kommentieren

Blaulicht

Bild der Woche