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Freitag, 16. November 2018


Geschrieben von Christian Dolle / Mareike Spillner am 04. November 2018
Kirchen

Ein Reformationstag-Medley …

… von Zellerfeld, Osterode, Herzberg bis Hattorf

Zellerfeld - Pastor André Dittmann hatte gewettet ...
Zellerfeld - Pastor André Dittmann hatte gewettet ...
Zellerfeld - Er zählte nicht mit, trotzdem waren es mehr als 95 Zellerfelder
Zellerfeld - Er zählte nicht mit, trotzdem waren es mehr als 95 Zellerfelder
Osterode - Frühstück vorm Stadtrundgang
Osterode - Frühstück vorm Stadtrundgang
Osterode - Für die Teilnehmer gab es spannende Informationen
Osterode - Für die Teilnehmer gab es spannende Informationen
Osterode - Stadtrundgang am Feiertag
Osterode - Stadtrundgang am Feiertag
Herzberg - Pastor i. R. Dr. Friedrich Seven griff zur Gitarre
Herzberg - Pastor i. R. Dr. Friedrich Seven griff zur Gitarre
Herzberg - Dr. Stefan Kienzle und Kreiskantor Jörg Ehrenfeuchter
Herzberg - Dr. Stefan Kienzle und Kreiskantor Jörg Ehrenfeuchter
Herzberg - An Besuchern mangelte es auch in Herzberg nicht
Herzberg - An Besuchern mangelte es auch in Herzberg nicht

Wetten, dass... Pastor André Dittmann verlor seine Wette zum Reformationstag deutlich

Wetten, dass keine 95 Zellerfelder am Reformationstag um 15.17 Uhr zur Andacht an der Luther-Eiche kommen? Damit provozierte Pastor André Dittmann seine Gemeindeglieder und, um es vorwegzunehmen, er verlor seine Wette mehr als deutlich. Etwa 150 Menschen fanden sich nämlich auf den Zellerfelder Terrassen ein, um Martin Luthers Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg von 501 Jahren zu gedenken.
Im vergangenen Jahr feierte die evangelische Kirche auch im Kirchenkreis Harzer Land das große Reformationsjubiläum. Daraufhin wurde diskutiert, den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag zu machen, was vor einigen Monaten ja auch positiv entschieden wurde. Dementsprechend bemühten sich fast alle Kirchengemeinden, diesen Tag besonders zu gestalten, mit besonderen Gottesdiensten, Wanderungen oder eben einer Wette.
Nun ging es insbesondere Luther und den anderen Reformatoren ganz sicher nicht um eine besondere Außenwirkung, sondern vielmehr um biblische Kernaussagen und grundsätzliche Glaubensfragen. Daher stellte auch Pastor Dittmann die Frage: „Was ist Freiheit eigentlich?“ Das ist nicht leicht zu beantworten, fuhr er fort, doch fast jeder Mensch macht die Erfahrung, dass das Leben in dieser Welt eben nicht vollkommen frei ist. Martin Luther betonte seinerzeit, dass es allein Christus ist, der uns befreit, es ist seine Kraft, die uns frei macht von der Welt und uns Hoffnung über dieses Leben hinaus auf die Ewigkeit gibt.
Nach diesen Gedanken wandten sich die Anwesenden jedoch wieder diesem Leben zu, genauer gesagt Kaffee, Punsch und Kuchen, der die Andacht ausklingen ließ. Und Pastor Dittmann kann sich jetzt schon einmal Gedanken um seinen Wetteinsatz machen. In dem Fall, dass er verliert, hat er nämlich an einem Abend im Advent zu einem von der Kirchengemeinde gesponserten Geschichten-Abend in der St. Salvatoriskirche eingeladen. Die Zellerfelder dürfen also gespannt sein.


Auf den Spuren der Reformatoren
Stadtrundgang zum Thema Reformation in Osterode

Mit einem gemeinsamen Frühstück begann der neue Feiertag in Osterode für all diejenigen, die sich auf die Spur Reformatoren machten. Pastor Horst Reinecke und Stadtführer Erwin Birtel zeigten anschließend in der Schlosskirche, der Marktkirche und der Marienkirche, wie die Zeit nach dem Thesenanschlag Martin Luthers auch die Stadt an der Söse und ihre Gotteshäuser nachhaltig veränderter.
Osterode gehörte 1517 noch zum Fürstentum Grubenhagen, auch hier wurden Ablassbriefe verkauft. Fürst Philipp I. jedoch lernte Luther kennen, war von ihm beeindruckt und so kam es, dass das Fürstentum schon 1537 reformiert wurde. In St. Jacobi erinnert heute ein Bild an diese Zeit, das Kaiser Karl V., ein Gegner der Reformation, sowie jene Fürsten zeigt, die sich zur Reformation bekennen und damit eben jene Zeitenwende, die nicht nur die Kirche betraf, auslösten.
In St. Aegidien erinnerte Pastor Reinecke an Andreas Domeyer, der als erster evangelischer Geistlicher in Osterode wirkte. Das tat er vom Kanzelaltar, der für Katholiken unvorstellbar gewesen wäre, da sich nichts über den Altar erheben durfte, für die Protestanten aber zeigte, dass das Wort Gottes über allem steht.
Ebenso unterschieden sich beide Konfessionen in der Anbetung Marias. Sie sei zwar die Mutter Gottes, hatte Luther deutlich gemacht, doch selig mache allein Christus. Daher ist der Marienaltar in der Osteroder Marienkirche auch eine ziemliche Rarität in evangelischen Kirchen. Heute jedoch, wo beide christlichen Kirchen sich vor allem auf ihre Gemeinsamkeiten und nicht auf ihre Unterschiede konzentrieren, ist man froh, dass der Altar als Zeugnis der Kirchengeschichte der Stadt erhalten blieb.
Mit diesen und weiteren Fakten erlebten die Teilnehmer einen spannenden Vormittag, der vielen auch darüber hinaus noch genug Denkanstöße für den neuen gesetzlichen Feiertag mitgab. Insbesondere über die Frage, inwieweit Religion eine Stadt oder ein Land prägt und ob sie tatsächlich etwas sein sollte, das die Gesellschaft spaltet.


Geist traf Zeit: Ein Abend wie zu Luthers Zeiten
Die Region Herzberg/Hattorf feierte Reformation in der Nicolaikirche
(Text und Fotos: Mareike Spillner)

Tischreden, Bänkellieder und Musik: Zum ersten Mal erlebte Niedersachsen am 31. Oktober den neuen gesetzlichen Feiertag zum 501. Reformationstag. Ein Anlass für die evangelischen Kirchengemeinden der Region Herzberg und Hattorf, zurückzuschauen und mutig einen Blick in die Zukunft zu wagen. Deshalb luden sie zu einem Abend der Begegnung in die Herzberger Nicolaikirche ein. Dieser begann mit einem Gottesdienst unter dem Motto „Die Region feiert Reformation", anschließend hatten die Gemeinden zu einem Empfang in den Kirchsaal eingeladen. Wie zu Luthers Zeiten gab es einen herzhaften Luther-Schmaus mit Spezialitäten aus der Region – allerdings nicht im traditionellen Sinne als Luthermahl an langen Tischen, sondern ganz modern als Stehempfang. Gewürzt wurde diese gesellige Form mit Tischreden, Bänkelliedern und weiteren musikalischen Beiträgen, die von Pastor i.R. Friedrich Seven, Kreiskantor Jörg Ehrenfeuchter Dr. Stefan Kienzle. Marike Webel und Katrin Bick gestaltet wurden. Nicht nur zahlreiche Gemeindeglieder und Interessierte, sondern auch die ökumenischen Geschwister und natürlich die evangelischen Pastoren in der Region waren zu diesem besonderen Abend erschienen.


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