Samstag, 24. Juni 2017


Geschrieben von Professor Dr. med. Berend Willms am 07. April 2017
Kultur und mehr

Würdige Premiere für Dracula

Das Musical von Frank Wildhorn wird in Nordhausen gezeigt

Foto: Roland Obst, Theater Nordhausen
Foto: Roland Obst, Theater Nordhausen
Foto: Roland Obst, Theater Nordhausen
Foto: Roland Obst, Theater Nordhausen

Erstmals wurde das Musical Dracula des amerikanischen Komponisten Frank Wildhorn 2001 in USA aufgeführt. Die deutsche Uraufführung war am 11.11.2011 in Münster. Jetzt war die Premiere in Nordhausen.
Die Handlung (Buch von Don Black und Christopher Hampton) hält sich eng an den Roman des irischen Schriftstellers  Bram Stoker aus dem Jahre 1897: Jonathan Harker (mit seinem klaren Tenor: Marian Kalus) besucht Graf Dracula (David Arnsperger, gespenstisch und  furchterregend in seiner steifen Haltung)  in Transsylvanien, um mit ihm den Kauf einer Immobilie in London abzuschließen.  Als Dracula ein Bild von Jonathans Verlobter Mina Murray (Valerie Link, ausdrucksvoll bis zum Ende) sieht, weiß er, dass er diese reine, unschuldige Frau haben will. Jonathan flieht gebissen nach London.  

In London treibt Dracula inzwischen sein Unwesen: Lucy Westenra (Zinzi Frohwein, Sopransolistin des Nordhäuser Ensembles) wird von ihm gebissen, selbst der zu Hilfe gerufene erfahrene Vampirjäger Professor van Helsing (verlässlich wie immer Thomas Kohl), Professor für obskure Krankheiten aus Amsterdam, kann sie nicht retten. Sein Instrumentarium in seinem Arztkoffer – Weihwasser, Kreuz, Knoblauch und der rettende Pfahl – helfen gegen Dracula nicht.

Mina fühlt sich von Dracula magisch angezogen. Sie ist hin und her gerissen zwischen Furcht und Liebe, ergibt sich ihm, sie lieben einander  und tauschen ihr Blut. Dracula muß nun fliehen, verfolgt von den Vampirjägern. Mina erklärt sich bereit, Dracula in die Dunkelheit zu folgen.  Nach Jahrhunderten hat Dracula eine Frau gefunden, die ihn vorbehaltlos liebt. Doch auch Dracula liebt Mina so sehr, dass er erkennt, dass er sie nicht mitnehmen kann auf diesem Weg. Er hat sie zu einem blutleeren Vampir gemacht. Wenn er stirbt, kann sie wieder Mensch werden. Er bittet Mina, ihn  zu erlösen. Tränenüberströmt gibt sie ihm diesen letzten Liebesbeweis, stößt ihm den Pfahl in’s Herz  und erlöst ihn so von seinem Vampirdasein.

Vorzügliche Inszenierung eines wenig bekannten Musicals

Die Musik von Frank Wildhorn ist sehr dramatisch und wird vom Loh-Orchester unter der Leitung des 1. Kapellmeisters Henning Ehlert vorzüglich inszeniert. Die Sängerinnen und Sänger singen alle elektronisch verstärkt und somit kann der Zuhörer der Handlung gut folgen. Üppige Kostüme, ein variables Bühnenbild aus sich verschiebenden Treppen und eine angemessene Lichtregie erzeugen die gespenstische Atmosphäre des Schlosses in den Karpaten und dem engen viktorianischen London. Dracula, ein in Deutschland wenig bekanntes Musical, hat in Nordhausen eine würdige Aufführung erlebt.


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