Donnerstag, 29. Juni 2017


Geschrieben von Mareike Spillner, Kulturkreis Bad Lauterberg am 09. Mai 2017
Kultur und mehr

Verhältnis zu Christus war Dreh- und Angelpunkt

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Kaufmann über Luthers Verhältnis zu Juden und dem Islam

Dr. Thomas Kaufmann
Dr. Thomas Kaufmann
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Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben. Die Reaktionen darauf machten aus ihm einen Revolutionär, der die mittelalterliche Welt nachhaltig durcheinander brachte. 500 Jahre Reformation: Aus diesem Anlass veranstaltet der Kulturkreis Bad Lauterberg seine diesjährigen Universitätstage zum Thema Martin Luther und die Reformation. Am Donnerstag (4. Mai) folgte der dritte Vortragsabend dieser Reihe, bei dem Professor Dr. Thomas Kaufmann von der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen über Luthers Verhältnis zu Juden und dem Islam sprach. Und er machte dieses spannende Thema noch spannender, indem er aufgrund einer Straßensperrung pünktlich auf die Minute im Café Amadeus ankam.

„Die wahre Religion war nach Luther die christliche“, führte der Referent aus und nannte viele mittelalterliche Quellen für die Wahrnehmung Luthers und seine Charakterisierung der Juden und der Türken. Das Verhältnis zu Christus war für Luther der Dreh- und Angelpunkt in seiner Wahrnehmung der anderen Religionen. Für die Wahrnehmung des Islam spielte die Tatsache der „Bedrohung“ durch die osmanische Supermacht eine wichtige Rolle. In Bezug auf die Juden nahm Luther Stereotypen auf, die dem frühmodernen Antisemitismus zuzuweisen sind. Abschließend zog der Referent eine Art Bilanz und beantwortete gerne die Fragen des Publikums.

Nächster Vortrag der Universitätstage am 11. Mai

Gleich am Donnerstag, 11. Mai, um 19.30 Uhr geht es mit Prof. Dr. Hartmut Lehmann und seinem Vortrag über die Lutherjubiläen der vergangenen Jahrhunderte weiter. 

Das erste Reformationsjubiläum wurde bereits im Jahre 1617 gefeiert. Von besonderem Interesse seien auch die Jubiläen der Jahre 1817, 1883, 1917, 1933 und 1983. „Das Luther- bzw. Reformationsjubiläum 2017 soll anders werden“. Dieser Satz war häufig zu hören.
Lehmann nimmt die Planungen für das Jubiläum 2017 kritisch in den Blick. Der Professor lebt in Kiel, sein beruflicher Mittelpunkt war aber Göttingen, wo er unter anderem Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte und Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften war.


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