Sonntag, 20. August 2017


Geschrieben von ski am 31. Juli 2017
Kultur und mehr

Große Gefühle

Mit Händels Oratorium „Saul“ wurden die Bad Lauterberger Musiktage eröffnet

b_590_590_16777215_00_http___www.lauterneues.de_images_stories_com_form2content_p13_f6841_257.jpg
Michal und David, die zusammenfinden (Ute Engelke, Anna Bineta Diouf)...
Michal und David, die zusammenfinden (Ute Engelke, Anna Bineta Diouf)...
...im Gegensatz zu Jonathan und seinem Vater Saul (Florian Neubauer, Daniel Eggert)
...im Gegensatz zu Jonathan und seinem Vater Saul (Florian Neubauer, Daniel Eggert)
Sogar Merab (Conny Herrmann) steht am Ende auf Seiten Davids
Sogar Merab (Conny Herrmann) steht am Ende auf Seiten Davids
Die Gesamtleitung hatte José Lopez de Vergara
Die Gesamtleitung hatte José Lopez de Vergara
Projektchor, Orchester und Solisten harmonierten - trotz wenig gemeinsamer Proben
Projektchor, Orchester und Solisten harmonierten - trotz wenig gemeinsamer Proben
Kulturkreis-Vorsitzende Cornelia Bär konnte sich über ein gelungenes Auftaktkonzert der Musiktage freuen
Kulturkreis-Vorsitzende Cornelia Bär konnte sich über ein gelungenes Auftaktkonzert der Musiktage freuen

Ein großes Konzert für Chor und Orchester – das ist der traditionelle Auftakt für die Bad Lauterberger Musiktage. Und das Publikum wurde auch diesmal nicht enttäuscht: mit Unterstützung der niedersächsischen Sparkassen-Stiftung und der Sparkasse Osterode am Harz als Hauptsponsor hatte der Kulturkreis Bad Lauterberg ein klang- und ausdrucksstarkes Konzert auf die Kursaalbühne gebracht.

Ganz große Gefühle – die gibt es traditionellerweise in Opern, von denen Georg Friedrich Händel sage und schreibe 42 Stück komponierte. Doch Opernaufführungen waren immer auch schon aufwändig und teuer – und so wandte sich Händel, als die italienischen Opern in London nicht mehr so gefragt waren, den Oratorien zu. 1739 brachte er „Saul“ auf die Bühne – in englischer Sprache, also für das Publikum leichter zu verstehen, dazu mit einer biblischen und daher weitgehend bekannten Handlung und mit großen Choranteilen. Denn – und daran hat sich nichts geändert – das Publikum liebt Chorstücke. Ganz besonders, wenn sie so gewaltig und mitreißend sind, wie Händel sie schrieb. Kein Wunder also, dass sich die Singakademie Harz e.V. für diese Saison den „Saul“ ausgewählt hat. Schließlich handelt es sich bei der Singakademie um einen Projektchor, der einmal im Jahr zusammentritt, um nach einer intensiven Probenwoche ein großes Werk auf die Bühne zu bringen. Und das nicht aus Verpflichtung, sondern aus Freude am Singen. Hier finden sich begeisterte Laien zusammen, um einen Urlaub der ganz anderen Art zu verbringen und sich in Bad Sachsa unter Leitung von José Lopez de Vergara ganz der Musik zu widmen. Dass sie sich dazu mit dem „Saul“ ein wunderbares Stück ausgesucht haben, das bewiesen sie am Sonntag (30.07.2017) bei der Eröffnung der Bad Lauterberger Musiktage im Kursaal.

Eifersucht und Mordversuche

Zusammen mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode und den wunderbaren Solisten (Ute Engelke, Sopran, die dem Bad Lauterberger Musikpublikum schon gut bekannt ist, Conny Herrmann (Sopran), Fiona Fuhr (Sopran) Anna Bineta Diouf (Mezzosopran/Altus), Florian Neubauer (Tenor), Marcel Radtke (Tenor) und Daniel Eggert (Bass) überzeugte der Chor auch das Publikum von seiner Wahl. Denn der „Saul“ bringt viel musikalische Abwechslung, und die Solisten machten auch die – durchaus komplexe – Handlung mit Mimik und Gestik greifbar. Bei diesem alttestamentarischen Stoff geht es um die großen Gefühle:  Stolz und Demut, Heldenmut und Todesahnung, zerfressender Neid, zarte Liebe und Hass bis hin zu Mordversuchen. Denn Saul, der König des Volkes Israel, kann es einfach nicht verwinden, dass das Volk nun dem siegreichen David zujubelt. Da hilft auch alle echte Bescheidenheit Davids nicht – Saul fürchtet, als König ausgebootet zu werden. Zu Recht, wie sich herausstellen wird. Doch das hat er sich selbst zuzuschreiben - mit seiner Eifersucht stürzt er sich selbst und seinen Sohn ins Verderben. Es ist also reichlich dramatischer Stoff vorhanden, und Händel machte daraus nicht nur intensive Arien, sondern auch wuchtige Chorpassagen.
Die Konzertbesucher im nicht ganz gefüllten Kursaal waren jedenfalls sehr angetan, nicht nur von der Leistung des Chores, des Orchesters und der Solisten, sondern auch von der Wahl des Stücks: „Wunderschön - das hätte ich mir nicht so abwechslungsreich vorgestellt“, so erklärten mehrere Besucher.

Auch Cornelia Bär, die erste Vorsitzende des Kulturkreises, zeigte sich sehr erfreut über die positive Resonanz des Publikums. Ein guter Auftakt also für die diesjährigen Musiktage, die dieses Jahr zum 36. Mal stattfinden. Als nächstes wird der bekannte Schauspieler mit der markanten Stimme, Charles Brauer, auftreten: am Samstag, den 5. August liest er aus Antoine de Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“ und wird dabei von Christian Elsas am Flügel begleitet, der das mit Klängen von Debussy begleitet.


...........................................................................................................


Kommentare

  • Keine Kommentare gefunden
Melde Dich an um zu kommentieren

Blaulicht

Bild der Woche