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Montag, 25. Juni 2018


Geschrieben von Christian Dolle am 16. September 2017
Kultur und mehr

Preisgekrönte Krimis, Mystik und viel Humor

Mordsharz in Wernigerode mit Alex Beer, Andreas Gruber, Kathrin R. Hotowetz und Brigandu

Die Remise in Wernigerode bot die Kulisse für den dritten Mordsharz-Tag 2017.
Die Remise in Wernigerode bot die Kulisse für den dritten Mordsharz-Tag 2017.
Die „Alte aus dem Zug“: Alex Beer.
Die „Alte aus dem Zug“: Alex Beer.
Traut seinen Lesern das Lesen zu: Andreas Gruber.
Traut seinen Lesern das Lesen zu: Andreas Gruber.
Lokalmatadorin Kathrin R. Hotowetz.
Lokalmatadorin Kathrin R. Hotowetz.
Sorgte für mystische Töne: Die Band Brigandu.
Sorgte für mystische Töne: Die Band Brigandu.
Gespannt folgte das Publikum auch den Anekdoten der Autorinnen und Autoren...
Gespannt folgte das Publikum auch den Anekdoten der Autorinnen und Autoren...
…die natürlich wieder viele Bücher signieren durften.
…die natürlich wieder viele Bücher signieren durften.

Vor wenigen Tagen wurde die Autorin Alex Beer mit dem Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien und des Hauptverbandes des österreichischen Buchhandels ausgezeichnet. Bei Mordsharz in Wernigerode erklärte sie am Freitag (15.09.2017), warum sie den Preis erhalten hat. In der Jury nämlich saß kein geringerer als ihr Landsmann und Bestsellerautor Andreas Gruber, der an diesem Abend ebenfalls bei Mordsharz zu Gast war. „Und da hat sich der Andreas Gruber bestimmt gedacht: ,Oh, Scheiße, ich muss mit der Alten im Zug sitzen, besser die bekommt den Preis.‘“

Diese Art von Humor zog sich auch durch ihre Lesung aus „Der zweite Reiter“, obwohl das Buch in Wien kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs spielt. Zu jener Zeit ist die Stadt so ganz anders als sie sich heute präsentiert, Schmugglerbanden und Morde sind an der Tagesordnung und den Menschen ist beinahe alles recht, um irgendwie zu überleben. Doch in jener Zeit machte sich auch ein gewisser Trotz breit, fand Alex Beer bei ihren Recherchen heraus, viele wollten leben als gäbe es buchstäblich kein Morgen, was immer wieder für einen gewissen Galgenhumor sorgte.

 

Eine Lesung, die eigentlich keine war

Humor prägte auch die anschließende Lesung von Andreas Gruber, obwohl diese eigentlich gar keine Lesung war. Als er einmal die Übersetzung eines seiner Bücher in Japan präsentierte, lernte er dort nämlich, dass Autoren ihren Fans durchaus zutrauen, selber lesen zu können, und stattdessen viel mehr über sich und die Entstehungsgeschichten der Bücher erzählen. „Euch traue ich auch zu, dass Ihr selber lesen könnt“, sagte er seinem Publikum und ließ dann die eine oder andere Anekdote vom Stapel, die auf den ersten Blick so gar nicht zu seinen spannenden und knallharten Thrillern passen will.

Unter anderem musste er unbedingt die Sache mit dem Leo-Perutz-Preis – den er selbst übrigens im Vorjahr verliehen bekommen hat – klarstellen. „Es war nämlich so“, führte er aus, „ich dachte mir: ,Oh, Scheiße, ich muss mit der Alten im Zug sitzen, besser die bekommt den Preis.‘ Nein, Quatsch, ,Der zweite Reiter‘ ist ein fantastisches Buch und das sage ich, obwohl ich eigentlich keine historischen Romane mag.“

Sein „Todesreigen“ zeichnet sich ebenso wie seine anderen Thriller eher durch alltägliche Grausamkeit aus. In diesem Fall beginnt das Buch mit einem Trucker auf der Autobahn, der im Radio die Meldung über einen Geisterfahrer hört, der ihm entgegenkommt. Er funkt zwei Kollegen an und überzeugt sie, eine Blockade zu bilden, um andere Autofahrer zu schützen.

 

Mystik und Magie im Harz

Noch einmal ein ganz anderes Thema gibt es in den Büchern von Kathrin R. Hotowetz, die als Lokalmatadorin die letzte Lesung in der Remise bestritt. Auch sie machte sich die Taktik Grubers zu eigen und las wenig, während sie viel über ihre Recherchen zu geheimnisvollen und magischen Orten im Harz erzählte. Dabei ging sie nicht nur auf ihr noch aktuelles Buch „Mitternacht im Garten des Todes“ ein, sondern verriet auch schon ein wenig aus dem von Fans sehnsüchtig erwarteten Nachfolger „Das versunkene Heiligtum“, an dem sie gerade schreibt.

Zudem hatte sich die Autorin wieder einmal die Band Brigandu als Verstärkung mitgebracht, die mit wunderbaren Melodien und Gesängen in verschiedenen im Harz eher selten zu hörenden Sprachen perfekt die mystische Stimmung der Romane unterstützten.

So ging auch der dritte Festivaltag mit völlig unterschiedlichen Krimis, drei bis auf den letzten Platz besetzten Lesungen und vielen zufriedenen Zuhörern zu Ende.

 

So war der zweite Tag: Am Ende wurde es blutig

So war der Auftakt: Zwei Deutschlandpremieren und ein James Bond

Mehr zum Programm des Mordsharz 2017 gibt’s hier.


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Blaulicht

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