Mittwoch, 17. Januar 2018


Geschrieben von Professor Dr. med. Berend Willms am 25. September 2017
Kultur und mehr

„Angekommen“ – ist der neue Ballett-Chef

Rezension der Ballett Gala 2017 am Theater Nordhausen

Ausschnitt aus „Westhoff“ aus „Die Seele erzählt nicht, sie tanzt; Ayako Kikuchi, Joshua Lowe. Foto: András Dobi
Ausschnitt aus „Westhoff“ aus „Die Seele erzählt nicht, sie tanzt; Ayako Kikuchi, Joshua Lowe. Foto: András Dobi
„Angekommen": Ballett TN LOS!, Foto: András Dobi
„Angekommen": Ballett TN LOS!, Foto: András Dobi
Trio aus „Romeo und Julia“;  v. li. Ruan Martins, Joseph Caldo, Leo Vendelli. Foto: András Dobi
Trio aus „Romeo und Julia“; v. li. Ruan Martins, Joseph Caldo, Leo Vendelli. Foto: András Dobi
„Der Ball“ aus „Romeo und Julia“. Foto: András Dobi
„Der Ball“ aus „Romeo und Julia“. Foto: András Dobi

So wie die Operngala den Beginn der Opernsaison des Theater Nordhausen/LOH-Orchester Sondershausen markiert, stellt die Ballett-Gala neue Künstler vor und gibt einen Ausblick auf die neue Saison. Eine Woche nach der Operngala moderierten Ivan Alboresi, der Ballettchef, der seit einem Jahr die Kompanie führt, Daniel Klajner, der Intendant und  Henning Ehlert, der 1. Konzertmeister des Orchesters, in dessen Zuständigkeitsbereich die musikalische Leitung der abendfüllenden Ballett- Aufführungen fällt, das Programm der Saison 2017/2018.

„Angekommen“ hieß auch ein Ballett der ganzen Kompanie, choreographiert von Ivan Alboresi, das zeigte, wie das Ballett in Nordhausen angekommen und auch angenommen ist, mit dem der Abend eröffnet wurde. Die Ballett Kompanie ist ja gewissermaßen aus den Sparzwängen des Landes Thüringen gerettet worden – sie sollte nach Erfurt, in die Hauptstadt, verlegt werden. Doch die Einwände hatten Erfolg. Tanzt das Ballett ja nicht nur in abendfüllenden Aufführungen, sondern wird auch in Opern und Operetten eingesetzt.   

Das Ballett ist ein multikulturelles Unternehmen: der Chef ist Italiener, nur seine Assistentin , Ilka von Häfen, ist eine Deutsche. Die Tänzer und Tänzerinnen kommen aus Griechenland, Italien, Frankreich, Ungarn, Holland, Brasilien und Japan. Vier neue sind dabei. Die Mitglieder des Ensembles wurden in mehreren Pas de deux und Solotänzen vorgestellt, die moderne Musik kam vom Band mit Ausnahme eines  Pas de deux, der zu einer Solosonate für Kontrabass – mit Stefan Blum, dem ersten Kontrabassisten des Orchesters auf der Bühne - getanzt wurde.

Besonders eindrucksvoll ein Rückblick auf die vergangene Saison mit einigen Szenen aus „Schwanensee“ und ein Ausblick auf die kommende Saison mit Ausschnitten aus „Romeo und Julia“ mit der wuchtigen Musik von Sergej Prokofjew. Die Premiere ist schon am 20. Oktober. Man sollte sie keinesfalls versäumen!

Ein weiterer abendfüllender Ballettabend hat am 16. Februar Premiere: Für ein Stück „(A)Proximate“ mit Musik von Johann Sebastian Bach konnte der berühmte internationale Choreograph Kevin O’Day gewonnen werden – auch ein Italiener, wie Ivan Alboresi stolz bemerkte. Für das zweite Stück an diesem Abend, „Die Kraniche des Ibykus“,   wird die Musik erst noch geschrieben vom Composer in Residence des Theaters, Christoph Ehrenfellner.

Ich habe den Eindruck, dass die tänzerische Qualität des Ensembles sich stark verbessert hat, die kraftvollen Hebefiguren der Paare, die Sprünge der Solisten, die ausdrucksvollen Pas de deux, alles das kann sehr erfreuen.


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