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Montag, 24. September 2018


Geschrieben von Professor Dr. med. Berend Willms am 01. November 2017
Kultur und mehr

Singendes Cello über perlenden Klavierläufen

Das Meisterkonzert Cello und Klavier des Kulturkreises: ein Bericht von Prof. Dr. med. Berend Willms

Mischa Meyer
Mischa Meyer

Mein Geburtstagskonzert: Als ich während der Musiktage die Vorsitzende des Kulturkreises fragte, was sie denn im Oktober auf dem Programm habe, antwortete sie mir lachend: „Da haben Sie doch immer Geburtstag“. Das fasste ich als Aufforderung auf und begann, zusammen mit der Orchesterdisponentin des LOH-Orchesters Sondershausen, ein Konzert zu organisieren. Beim letzten Mal war es Klavier, diesmal war der Vorschlag: Klavier „ plus“. Für „plus“ entschied ich mich für Cello.

Und so gelang es, den SoloCellisten des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin zusammen mit seiner Partnerin, der vielfach preisgekrönten  koreanischen Pianistin  SooJin Anjou, zu gewinnen. Vorsichtig fragte der Cellist Mischa Meyer an, ob er  ein Stück des koreanischen Komponisten Isang Yun, „Glissées“, komponiert 1970, spielen könne. Das würde er gerne machen. Warum soll man dem Lauterberger Publikum nicht einmal moderne Musik präsentieren?

Sehr mitfühlend stellte er vor seinem Spiel den Komponisten vor, die Biographie mit der Verschleppung des Komponisten durch den südkoreanischen Geheimdienst – bis zur Rettung nach Berlin, wo er viele Jahre wirkte. Dann die vier Sätze, den dritten, der das Cello mit dem Plektron nur als Zupfinstrument behandele. Durch diese Vorstellung weckte er beim Publikum Verständnis für diese Musik und Anerkennung für seine Darbietung. Auch in den anderen Sätzen wurde das Cello durch Pizzicati und Glissandi erheblich traktiert. Aber die Zuhörer goutierten diese Musik – in der Pause sagten alle, es habe ihnen gefallen. Keiner lehnte sie einfach ab. Jeder Künstler ein Solo, dann zwei Stücke zusammen.

Also kam jetzt die Sonate für Cello und Klavier von Camille Saint Saens. Schon aus Berlin war ein Hilferuf ertönt: Wir stecken im Probenstress und brauchen einen Umblätterer. Also kletterte ich auf die Bühne. Ich konnte kaum so schnell gucken, wie SooJin Anjou spielte. Die Zweiunddreißigstel fegten über die Seiten und wurden souverän von den Fingern der Pianistin gebändigt. Da war es verständlich, dass sie nicht auch noch selber umblättern konnte.  Eine wunderbare, virtuose Sonate, geradezu ein Bravourstück für die beiden Künstler.  

Nach der Pause ein gefühlvolles Nocturne von Frederic Chopin. Von diesem polnisch-französischen Komponisten erklang zum Schluß seine einzige Sonate für Cello und Klavier. Deutlich merkte man, wie sehr dieses Stück dem Cellisten lag. Mit geschlossenen Augen wiegte sich der Cellist mit seinem Cello und genoß die Musik. Dieser Genuß übertrug sich zwanglos auf die Zuhörer und entlud sich in einem begeisterten Schlußapplaus. Die Künstler bedankten sich mit einer romantischen Zugabe von Gabriel Fauré.

Ein schönes Meisterkonzert des Kulturkreises.
Viele Zuhörer drückten  anschließend noch beim Sponsor ihren Dank aus.


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