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Donnerstag, 19. Juli 2018


Geschrieben von Christian Dolle am 22. Januar 2018
Kultur und mehr

Die gute alte Zeit verschloss die Augen vor der Wirklichkeit

Anne Jacobs las in Bad Lauterberg aus ihrem historischen Familiendrama „Das Gutshaus“

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Mit der Familiensaga „Die Tuchvilla“ wurde Anne Jacobs zur Bestsellerautorin. Drei Bände veröffentlichte sie, von denen jeder den Vorgänger auf den Bestsellerlisten überflügelte. In der Buchhandlung Moller in Bad Lauterberg las sie aus ihrem neuen Roman „Das Gutshaus“, doch natürlich ging sie auch auf jenes Werk ein, das sie bekannt gemacht hatte.
Anne Jacobs schreibt seit etwa 20 Jahren unter verschiedenen Pseudonymen und arbeitet eng mit einer Agentur zusammen, erzählte sie. Obwohl sie vom Schreiben leben kann, entscheidet sie allerdings nicht alles selbst. So war es dann auch ihr Agent, der ihr das Thema der Familiensaga vorschlug. Die Autorin ging darauf ein und hatte Erfolg, denn gleich der erste Band landete auf den Bestsellerlisten. Auf einem respektablen Platz 21. „Das ist allerdings ärgerlich“, räumte sie ein, „denn nur die ersten 20 Plätze werden veröffentlicht.“

Bestseller kann man nicht planen

In Fachkreisen hatte sie dennoch auf sich aufmerksam gemacht und schon der zweite Band stieg dann auf Platz 1. Bestseller könne man nicht planen, meinte die Autorin dennoch, sie passieren einem. Geplant hatte sie allerdings die Geschichte vom Gutshaus und die sogar schon seit etlichen Jahren. Damals hatte ein Verwandter sich ein altes Herrenhaus in Mecklenburg-Vorpommern gekauft, wo es ja noch viele Gebäude gibt, die vom Glanz vergangener Zeiten erzählen und heute immer mehr verfallen.
Ein solches Haus inspirierte sie zu der Geschichte dahinter, in der es wieder einmal um eine große und einst gut betuchte Familie geht. In der ersten Szene, die Anne Jacobs las, traf sich diese Familie im titelgebenden Gutshaus, um zu feiern. Es ist das Jahr 1939, Deutschland ist in den Krieg gezogen, doch in diesen Kreisen blendet man das aus und will davon gar nichts wissen. „Viele Leute damals waren tatsächlich auf diesem Stand und dachten, es gehe schnell vorbei“, erläuterte die Autorin.

Harte Wirklichkeit in der guten alten Zeit

Wir heute wissen, das war nicht der Fall. Die guten alten Zeiten waren eben oft nur deshalb gut, weil einige einen großen Teil der Realität ausgeblendet haben, stellte Anne Jacobs fest. Doch auch ihre Protagonisten werden mit der harten Wirklichkeit konfrontiert und haben in den folgenden Jahrzehnten viele Schicksalsschläge zu verarbeiten. In ihrer Erzählung macht Anne Jacobs dann einen Sprung ins Jahr 1990 zur Zeit der Wende. Hier las sie ein Kapitel, in dem eine Frau in das Gutshaus zurückkehrt, in dem sie aufgewachsen war und nun feststellen muss, wie sehr sich alles verändert hat.
Dieses Thema hatte Anne Jacobs schon lange gepackt und sie drückte aus, wie sehr sie sich freute, es durch ihren Bestseller im Rücken nun endlich anpacken zu dürfen und wiederum eine Trilogie in Angriff zu nehmen. Ihre Leser dankten es ihr nicht nur in Bad Lauterberg, sondern auch im Rest der Republik, denn auch „Das Gutshaus“ ist in die Bestsellerlisten eingestiegen, nicht nur in die Top 20, sondern gleich in die Top 10.
Besonders bedankte sich natürlich auch Gastgeberin Susanne Kinne, die mit der Reihe „Hingelauscht – Zu Gast beim Buchwichtel“ ein breites Spektrum an Literatur präsentieren will und dazu beispielsweise im April auch Dora Heldt in den Südharz holt. Im Februar gibt es zunächst eine szenische Lesung mit diversen Harzkrimiautoren und auch Kathrin Hotowetz hat ihr Kommen zugesagt.


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