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Freitag, 16. November 2018


Geschrieben von Christian Dolle am 15. September 2018
Kultur und mehr

Die drei ??? und James Bond im Tabakspeicher

Toller Mordsharz-Einstand in Thüringen: Vollbesetzte Reihen in Nordhausen

Mordsharz-Premiere in Thüringen: Den Anfang im Tabakspeicher in Nordhausen machte das gut abgestimmte Duo Dittert/Schwacke mit den Drei Fragezeichen.
Mordsharz-Premiere in Thüringen: Den Anfang im Tabakspeicher in Nordhausen machte das gut abgestimmte Duo Dittert/Schwacke mit den Drei Fragezeichen.
Der Serientäter, der entertaint: Christoph Dittert gehört zum Autoren-Team der Drei-Fragezeichen-Reihe – und irgendwie auch schon fast zum Mordsharz-Team.
Der Serientäter, der entertaint: Christoph Dittert gehört zum Autoren-Team der Drei-Fragezeichen-Reihe – und irgendwie auch schon fast zum Mordsharz-Team.
Die Frau, die Gemüse in die Mangel nimmt: Geräuschemacherin Almut Schwacke.
Die Frau, die Gemüse in die Mangel nimmt: Geräuschemacherin Almut Schwacke.
Der Lokalmatador, der droht: Roland Lange überlegt, ob er seinen nächsten Roman nicht besser in Nordhausen spielen lässt.
Der Lokalmatador, der droht: Roland Lange überlegt, ob er seinen nächsten Roman nicht besser in Nordhausen spielen lässt.
Der Thrillerautor, der zum Lachen bringt: Andreas Winkelmann verriet Tricks für einen garantierten Bestseller-Erfolg.
Der Thrillerautor, der zum Lachen bringt: Andreas Winkelmann verriet Tricks für einen garantierten Bestseller-Erfolg.
Die Britin, die Brutales poetisch verpackt: Fiona Cummins stellte ihren Roman „Der Knochensammler“ und auch schon den Nachfolger vor.
Die Britin, die Brutales poetisch verpackt: Fiona Cummins stellte ihren Roman „Der Knochensammler“ und auch schon den Nachfolger vor.
Der Mann, der James Bond ist: Hörbuch- und Synchronsprecher Dietmar Wunder gab Kostproben der deutschen Übersetzung.
Der Mann, der James Bond ist: Hörbuch- und Synchronsprecher Dietmar Wunder gab Kostproben der deutschen Übersetzung.
Der erfolgreiche Abend wurde auch von einem gut aufgelegten Duo beendet: Fiona Cummins und Dietmar Wunder.
Der erfolgreiche Abend wurde auch von einem gut aufgelegten Duo beendet: Fiona Cummins und Dietmar Wunder.

Zum ersten Mal ist Mordsharz zu Gast in Nordhausen gewesen. Ob auch das Thüringer Publikum Interesse am Harzer Krimifestival hat, war für das Team mit vielen Fragezeichen behaftet. Genau genommen mit den drei Fragezeichen. Die nämlich gab es mit Autor Christoph Dittert und Geräuschemacherin Almut Schwacke in einer einzigartigen Live-Vertonung gleich zum Start des Festivaltages am Freitag (14.09.2018) im historischen Tabakspeicher.

 

Mit Geräuschen erlebbar gemacht

Es ging natürlich um Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die drei Detektive aus Rocky Beach, die es in diesem Fall mit einigen Gauklern zu tun bekommen. Während Christoph Dittert aus seinem Buch der Serie las, machte Almut Schwacke die Geschichte durch synchron erzeugte Geräusche erlebbar.

Es war eine tolle Show, in der der Autor sich als guter Entertainer für kleine wie große Fragezeichen-Fans entpuppte und die Geräuschemacherin verriet, dass bei Hörspielen und im Film oft ganz andere Dinge zum Einsatz kommen, als viele meinen. Zum Beispiel sorgen Schritte auf Kaffeepulver für den richtigen Gehwegsound, ohne dass man sich echten Dreck ins Studio holen muss. Kokosnüsse geben tolle Pferdehufe ab und Staudensellerie eignet sich hervorragend, um brechende Knochen zu simulieren.

 

Aus dem Leben eines früheren Rockstars

Anschließend berichtete der Harzer Autor Roland Lange aus seinem früheren Rockstarleben. So richtig viele seiner Jugendträume konnte er sich zwar nicht erfüllen, aber immerhin stand er eine Zeit lang als Leadsänger einer lokalen Band auf der Bühne und kann daher in seinem aktuellen Krimi „Drei freundliche Tage und ein Todesfall“ sehr authentisch über eine Coverband schreiben. Dass es dabei nicht nur um Musik geht, versteht sich von selbst, es passieren natürlich auch ein paar Morde.

Allerdings ist Lange inzwischen ein wenig vorsichtig geworden mit dem, was er schreibt. Nach seinem Buch „Der letzte Sprung“ gab es nämlich tatsächlich einen tödlichen Unglücksfall in der Reitsportszene und beim aktuellen Titel, der sich auf das Stadtfest in Osterode bezieht, wurde kurz vor Erscheinen das Ende der langjährigen Veranstaltung bekanntgegeben. „Jetzt überlege ich, ob ich vielleicht mal einen Krimi über Nordhausen schreibe“, gab er seinem Publikum mit auf den Weg.

 

Crime statt Sex

Ebenso literarisch ernsthaft stellte Andreas Winkelmann anschließend die Frage, warum sein aktuelles Buch „Das Haus der Mädchen“ sich denn so gut verkauft. Dazu las er einige Zuschriften vor, die er von Lesern bekommen hatte, beispielsweise eine, in der beklagt wurde, dass der Titel den Eindruck erwecke, es gehe hier um Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden, doch dann bekomme man nur Crime. Da aber all jene, die Sex erwartet haben, das Buch erst einmal kaufen mussten, wurde es zum Bestseller, so Winkelmanns Schlussfolgerung.

Anschließend las er einige Szenen vor und tatsächlich entpuppte sich das Buch als spannender Thriller ohne jegliche Pornografie. Der Autor selbst wiederum war gar nicht so finster drauf, wie man es von einem Thrillerautor erwarten könnte, sondern brachte sein Publikum gekonnt zum Lachen.

 

Brutales in poetischer Sprache

Definitiv kein Etikettenschwindel war auch die letzte Lesung des Abends, die als Highlight angekündigt war und dem auch mehr als gerecht wurde. Die aus Essex stammende Autorin Fiona Cummins stellte ihren Roman „Der Knochensammler“ vor, beziehungsweise dessen Fortsetzung, die sie aufgrund des großen Erfolgs in ihrer britischen Heimat sozusagen hatte schreiben müssen. Darin geht es um einen Psychopathen, der allerlei deformierte Knochen sammelt und dafür vor nichts zurückschreckt.

Die poetische Sprache, mit der Cummins ernste und brutale Sachverhalte beschreibt, habe ihn beeindruckt, so dass er gerne das deutsche Hörbuch dazu einlas, erzählte Dietmar Wunder und gab einige Kostproben. Dietmar Wunder? Wer war das noch gleich? Auch diese Frage beantwortete der Synchronsprecher am Ende noch, indem er die Zuhörer im vollbesetzten Tabakspeicher bat, für einen Moment die Augen zu schließen und dann den berühmten Satz sagte: „Mein Name ist Bond, James Bond.

 

So war der zweite Tag des Mordsharz 2018:
Möwen, Kühe und anderes Getier


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Blaulicht

Bild der Woche