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Montag, 25. Juni 2018


Geschrieben von Detlef Hänsel am 09. September 2015
Region

Kunstwerk sammelt für Kunst in der Kirche

Kinetische Skulptur „Amor“ von Detlef Hänsel ist bisher von 1.000 Besuchern in Bewegung gesetzt worden

Detlef Hänsel (links) übergibt Pfarrer Beims 1.000 Euro.
Detlef Hänsel (links) übergibt Pfarrer Beims 1.000 Euro.
Kinetisches Objekt „Amor“ als Spendensammler in der Marktkirche Goslar.
Kinetisches Objekt „Amor“ als Spendensammler in der Marktkirche Goslar.

Seit Mitte März steht in der Marktkirche Goslar gleich links neben den Altarstufen ein ungewöhnliches Objekt, einer Maschine ähnlich, und doch ganz anders. Mit Glitzerfolie bespannte Flügel schwingen, ein rotes, blinkendes Herz windet sich, während ein goldener Bohrer in dasselbe eindringt. Das alles und noch mehr erlebt der Betrachter, wenn er eine Euro-Münze in die Spenden-Kasse dieses Kunstobjektes wirft.

 

Gewichtiges Ergebnis

Mehr als 1.000 Menschen haben das Kunstwerk „Amor“ des Bad Lauterberger Kinetik-Künstlers Detlef Hänsel in Bewegung gesetzt. Anfang September übergab Hänsel eintausend Eurostücke an Pfarrer Ralph Beims. Das Geld ist für zukünftige Kunstausstellungen in der Marktkirche Goslar bestimmt. „Ich hätte nicht gedacht, dass tausend Euro so schwer sind“, sagte Hänsel, als er die Schatulle mit den Münzen überreichte. „Das sind mindestens acht Kilo.“

Der Künstler und Diplom-Ingenieur, gebürtig in Bleicherode, wollte schon von Kindesbeinen an Künstler werden. Aber überzeugende Argumente eines noch stärkeren Vaters, ebenfalls Ingenieur von Beruf, stellten die Weichen anders. „So wurde ich auch erst einmal Ingenieur.“ Aber ab 1990 gab es dann kein Halten mehr. Durch die Maschinenkunst des Schweizer Kinetik-Künstlers Jean Tinguely angeregt und „verführt“ musste Hänsel dann selber kinetische Kunstwerke schaffen. Seit 1997 ist er als freier Künstler tätig und jedes Jahr auf mehreren Ausstellungen quer durch Deutschland und in anderen Ländern Europas vertreten.

Einige seiner Werke sind auch dauerhaft in The MAD (Mechanical Art & Design) Museum in Stratford upon Avon in Großbritannien zu besichtigen.

 

„Amor“ und Erich Fromm?

Die Idee für den „Amor“ liegt schon länger zurück. Eine einfache, einen Bogen spannende, mechanische Konstruktion kam für den Künstler nicht in Frage. Erich Fromms Lehre von der „produktiven Liebe“ war der Schlüssel in der Entstehungsgeschichte.

„Produktive Liebe ereilt einen nicht. Dafür muss man selbst etwas tun“, erklärt Detlef Hänsel. „Da geht es um Verantwortung, um Behüten, Befördern, um Achtung. Also um einen ganz aktiven Prozess. Das alles konnte ich nur in einer komplexeren Kunstmaschine zum Ausdruck bringen.“

So wurden schrottreife Teile einer uralten Ständerbohrmaschine zum Ausgangspunkt. Mit Hilfe von Elektromotoren, Räderwerken und Transmissionen bildet Hänsel das produktive Sinnbild“ künstlerisch ab.

Marktpfarrer Beims dankte dem Künstler für sein Engagement um diese Spendenaktion und freute sich über den „gewichtigen Schatz“ für weitere Kunstvorhaben in der Marktkirche. Noch bis Mitte September ist das kinetische Kunstwerk „Amor“ in Goslar zu erleben.


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