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Donnerstag, 19. Juli 2018


Geschrieben von PM Landkreis Göttingen am 20. Juni 2018
Region

Rechtsextremismus: Hilfe für Familien gefährdeter Jugendlicher

Neues Beratungsangebot im Landkreis Göttingen

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Familien von jungen Menschen, die gefährdet sind, sich zur extrem rechten Szene zu orientieren, steht ab sofort an neues Beratungsangebot im Landkreis Göttingen zur Verfügung. Mehrere Institutionen – Familienzentren, Erziehungsberatungsstellen und das Modellprojekt Respekt für Vielfalt – kooperieren für eine vernetzte Beratungsstruktur. Die entsprechende Vereinbarung haben die Partner nun unterzeichnet. „Für den Landkreis ist die Prävention gegen rechtsextreme Entwicklungen ein wichtiges Anliegen“, sagt Kreisrat Marcel Riethig. „Mit dem neuen Angebot entwickeln wir unsere erfolgreiche Arbeit konsequent weiter und bauen zugleich die Unterstützung für Familien in den Beratungsstellen und Familienzentren aus.“

Angestoßen wurde die Kooperation durch das Modellprojekt Respekt für Vielfalt des Landkreises Göttingen. Es ist eines von bundesweit 21 Modellprojekten zur Radikalisierungsprävention im Bereich rechtsextreme Orientierungen und Handlungen, die über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums gefördert werden. Mitarbeiter*innen des Projekts haben eine Zusatzqualifikation bei der Bundesfachstelle Familie und Rechtsextremismus in Bremen zur Beratung von Angehörigen rechtsextremer Jugendlicher absolviert.

 

Niedrigschwellig und wohnortnah

Nun kooperieren die Familienzentren im Landkreis Göttingen mit dem Modellprojekt. Auch die Beratungsstellen für Eltern, Kinder, Jugendliche und Familien der AWO, der Caritas und des Landkreises in Osterode, Duderstadt, Göttingen und Hann. Münden sind einbezogen. Durch die enge Vernetzung soll eine fachlich kompetente Unterstützung für Hilfesuchende überall im Landkreis sichergestellt werden – niedrigschwellig und wohnortnah.

„Eltern und Familien verstehen die Hinwendung ihrer Kinder zur extremen Rechten oft als Problem, mit dem sie alleine fertig werden müssten. Dabei können sie sich Beratung oder sozialpädagogische Hilfe holen“, erläutert Moritz Keppler, Mitarbeiter von Respekt für Vielfalt. „Gerade im nahen Umfeld von jungen Menschen liegen die entscheidenden Bedingungen, ob sich jemand menschenfeindlich orientiert oder nicht“, so Keppler weiter. Deswegen ist es das Hauptziel der vernetzten Beratungsstruktur, Angehörige und Familien zu stärken und kompetent zu unterstützen, damit diese selbstsicher rechten Haltungen und Entwicklungen in ihrem Umfeld begegnen können.

 

Schnelle Hilfe für Betroffene

Die Kooperation bietet mehrere Vorteile für die Unterstützung betroffener Familien und Angehöriger: Sie finden in Zukunft beim jeweiligen Familienzentrum in ihrer Gemeinde erste Informationsmaterialien zum Thema; Hilfesuchende können unverzüglich in den Räumen vor Ort einen Erstberatungstermin mit den Mitarbeiter*innen von Respekt für Vielfalt ausmachen; sie können bei allgemeinen Beratungen in den Stellen für Eltern, Kinder, Jugendlichen und Familien das Thema gleich mit ansprechen.

Der Informationsflyer für das neue Angebot mit allen Kontaktdaten ist bei allen beteiligten Institutionen zu finden. Die flächendeckende Etablierung eines Beratungsangebots für Angehörige zum Thema Rechtsextremismus in den Regelstrukturen ist eine Neuerung. Zwar existieren bundesweit viele fachliche Beratungsangebote von spezialisierten Trägern. Mit dem Andocken des speziellen Angebots in allen Institutionen für Familien wird im Landkreis Göttingen jedoch ein Schritt weiter gegangen.


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