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Dienstag, 25. September 2018


Geschrieben von Boris Janssen (Text) und Sabine Kilzer (Fotos) am 19. April 2016
Wirtschaft

Jubiläum des Elektroförsters

Die Barbiser Firma mit dem Hirsch hat gefeiert: 25 Jahre Harzer Antriebstechnik

Das Führungs-Trio (von links): Marcus Warlich, Ralf Mosebach und Chantal Lienauer-Warlich. Dabei ein großes Kühlaggregat für große Schaltanlagen und ein kleiner Frequenzumwandler, „eine Art Gaspedal für Elektromotoren“, so Warlich.
Das Führungs-Trio (von links): Marcus Warlich, Ralf Mosebach und Chantal Lienauer-Warlich. Dabei ein großes Kühlaggregat für große Schaltanlagen und ein kleiner Frequenzumwandler, „eine Art Gaspedal für Elektromotoren“, so Warlich.
Kurz mal offiziell: Marcus Warlich bedankt sich bei langjährigen Wegbegleitern.
Kurz mal offiziell: Marcus Warlich bedankt sich bei langjährigen Wegbegleitern.
Die Osteroder Band „Only Pretending“ bringt gute Musik ins Festzelt.
Die Osteroder Band „Only Pretending“ bringt gute Musik ins Festzelt.
Auch für „zugereiste“ Unternehmer spielen die Barbiser Straßen-Musikanten gerne ein Ständchen.
Auch für „zugereiste“ Unternehmer spielen die Barbiser Straßen-Musikanten gerne ein Ständchen.
Und auch der Fanfarenzug Barbis machte seine Aufwartung…
Und auch der Fanfarenzug Barbis machte seine Aufwartung…
…wobei die Warlichs als Mitglieder natürlich mitspielten.
…wobei die Warlichs als Mitglieder natürlich mitspielten.

Ja, das hat gepasst. Wenn ein Firmenchef zugibt, wohl nicht gerade dem Managerhandbuch entsprungen zu sein, er sich mit den Worten seines Vaters selbst als „Elektroförster“ bezeichnet, er vor allem den guten Zusammenhalt in Betrieb und Heimatort betont, dann gibt’s zum 25-jährigen Firmenjubiläum keine hochoffizielle Zeremonie mit „Geschäftspartnern und Angestellten“. Dann wird daraus eine fröhliche Gartenparty mit Nachbarn und Freunden. Eben so wie am Freitag (15.04.2016) bei der Harzer Antriebstechnik in den Barbiser Bühwiesen.

„Elektroförster“ und Geschäftsführer Marcus Warlich sowie die beiden Prokuristen Chantal Lienauer-Warlich und Ralf Mosebach durften viele Hände schütteln, Umarmungen und Glückwünsche entgegennehmen. Zum Auftakt spielte der Fanfarenzug Barbis, wobei sich die Warlichs als Mitglieder gleich wieder einreihten. Die Barbiser Straßen-Musikanten brachten ein Ständchen zum ersten vollendeten Jahrhundert-Quartal – denn, wie Musikant Walter Ziegler bemerkte, in der Wirtschaft gehe es ja immer um Quartalszahlen. Dann ging es zum großen Buffet ins Festzelt, wo Marcus Warlich doch noch offiziell wurde, kurz nur, aber um langjährigen Wegbegleitern einmal das verdiente Danke zu sagen. Schließlich übernahm die Osteroder Band „Only Pretending“ mit ihrem äußerst hörenswerten Akustik-Rock die Bühne – genau das richtige für einen gemütlichen Abend unter Freunden.

 

Anfang im Osteroder Elternhaus

Ja, Marcus Warlich fühlt sich in Barbis und im Harz einfach wohl. Stur seien die Menschen ja, aber jederzeit füreinander da. Nur beruflich wollte er eigentlich immer etwas anderes machen – Förster halt. Doch als seine Mutter Ursel Warlich 1991 zusammen mit einem anderen Teilhaber die Harzer Antriebstechnik GmbH in Osterode gründete, kam alles ein bisschen anders. Der Sohn, damals noch kurz vor dem Abi, erhielt Prokura, einen „Job“ im Vertrieb und kümmerte sich um den Verkauf elektrotechnischer Komponenten wie Elektromotoren, Fliehkraftschalter oder Impulsgeber. Dann verließ der Mitbegründer schon bald die Firma und Marcus Warlich übernahm dessen Anteile. „Mein Startkapital waren 50.000 D-Mark“, erzählt er. „Nur leider mit negativem Vorzeichen.“

Aber es ging gut weiter. Die Firma weitete Produktportfolio und Kundenstamm aus, auch Stromrichter, Frequenzumrichter, Sanftanlauf- und Bremsgeräte waren nun im Angebot. Schließlich wurde es im Elternhaus am Osteroder Schneiderteichweg zu eng und die Firma zog 1995 als Mieter nach Barbis in den Dolomitweg. Sechs Jahre später gab es dann die erste Vollzeitstelle zu besetzen – Chantal Lienauer-Warlich kam zur Harzer Antriebstechnik, noch ohne ihren Doppelnamen. 2003 kaufte die Firma das Grundstück in den Bühwiesen und mit Servicetechniker Ralf Mosebach wurde das Dreier-Team komplett, das seither das Unternehmen leitet. 2005/2006 baute das Unternehmen eine Servicewerkstatt und schuf damit weitere Dauerarbeitsplätze.

Heute hat die Harzer Antriebstechnik 13 Mitarbeiter, bald 14, und bildet in den Bereichen „Bürokaufleute“ sowie „Elektroniker Betriebstechnik“ aus. 2012 wurde sie als „Familienfreundlicher Betrieb“ ausgezeichnet und seit vielen Jahren ist sie Partner mehrerer Global Player der Industrie-Automatisierung wie ABB, Mitsubishi und Wachendorff. Aus diesen Partnerschaften seien nicht nur innovative Produkte, die das Portfolio sinnvoll erweitern, erwachsen, sondern auch Nachhaltigkeit, sagt Warlich.

 

Nachhaltigkeit und regionale Verbundenheit

Den Blick auf Nachhaltigkeit hat sich Marcus Warlich von seinem Studium der Forstwissenschaften bewahrt, das er anfangs tatsächlich gleichzeitig aufnahm. Andere Unternehmer möge es vielleicht befremden, aber statt an kurzfristige Expansion denke er als Firmenchef lieber in Jahrzehnten und an eine stabile Zukunft. „Die lässt gerade im Bereich der Elektroantriebe, der Energieeffizienz und im Service viele Möglichkeiten erahnen und bietet große Chancen – auch und gerade für kleine und mittelständische Unternehmen in strukturschwachen Gegenden“, ist Warlich positiv gestimmt.

So werden sich die großen Partner auch weiterhin auf „die mit dem Hirsch“ aus Barbis verlassen können, verspricht Warlich. Der markante Geweihträger aus dem Logo müsse schon manches Mal herhalten, wenn den Leuten der etwas sperrige Firmenname nicht einfällt. Mal davon abgesehen, dass rund, oval oder eckig jeder kann, soll das ungewöhnliche Logo die regionale Verbundenheit zeigen und natürlich auch an den eigentlichen Berufswunsch des Geschäftsführers erinnern. Aber auch, wenn es nur zum „Elektroförster“ gereicht hat, Marcus Warlich ist alles andere als unglücklich. Im Gegenteil: „Ich habe noch 25 Jahre Lust“, sagte er und ging dann erst einmal mit seinen Nachbarn und Freunden feiern.


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