Sonntag, 17. Dezember 2017


Geschrieben von ski am 11. Juni 2017
Wirtschaft

Eher unscheinbar und dennoch hochkomplex

Tag der offenen Tür bot Einblicke bei Kunststoff-Fröhlich

Beim Tag der offenen Tür stellten die derzeitigen Azubis selbst den Besuchern ihre Ausbildung vor
Beim Tag der offenen Tür stellten die derzeitigen Azubis selbst den Besuchern ihre Ausbildung vor
Karsten Kühn, Leiter Werkzeugbau, erklärt den Besuchern die unterschiedlichen Endprodukte
Karsten Kühn, Leiter Werkzeugbau, erklärt den Besuchern die unterschiedlichen Endprodukte
Am Standort Bad Lauterberg wird mit rund 80 Mitarbeitern entwickelt und produziert
Am Standort Bad Lauterberg wird mit rund 80 Mitarbeitern entwickelt und produziert

Eigentlich ist der Betrieb in der Bad Lauterberger Aue erst auf den zweiten Blick sichtbar, und doch verbirgt sich hier ein hochspezialisiertes Industrieunternehmen mit rund 80 Mitarbeitern. Am Samstag (10.06.2017) konnten Interessierte bei einem Tag der offenen Tür einen Blick in das Unternehmen Kunststoff-Fröhlich hineinwerfen. Seit 1954 produziert das Unternehmen, das 1929 in Thüringen gegründet wurde, am Standort Bad Lauterberg, und seit nunmehr 50 Jahren werden hier auch die zum Spritzguss nötigen Werkzeuge selbst hergestellt. Gerade die Entwicklung von der Produktidee über die Prototypen zum serienreifen Werkzeug ist eine besondere Stärke des Unternehmens.

Von Flaschenverschlüssen zu Spezialbauteilen

Von den anfänglichen Thermosflaschenverschlüssen (die dem Unternehmen bei den Lauterbergern den liebevollen Spitznamen „Stöpsel-Fröhlich“ eintrugen), ist die heutige Produktpalette allerdings weit entfernt. Inzwischen werden hochkomplexe Bauteile im mikrometergenauen Bereich gefertigt, beispielsweise Bauteilgehäuse für Sensoren oder Leiterplatten oder Pumpengehäuse für die Automobilindustrie oder Medizintechnik. Eine Spezialität der Lauterberger sind dabei die Verbindung von Metall und Kunststoff, ob Gußteil oder Steckerpins, und die Fertigung von Flüssigkeitsbehältern mit automatischer Dichtigkeitsprüfung. Die Teile sehen oft wenig spektakulär aus, sind aber in modernen Pkw unverzichtbar.
Dabei gibt es ganz unterschiedliche Kunststoffe. Zum Beispiel Materialien, die enormen Belastungen und hohem Druck standhalten, erklärt Karsten Kühn, der Leiter des Werkzeugbaus: sie werden etwa bei Bremssysteme benötigt. Und die Besucher beim Tag der offenen Tür konnten sich selbst davon überzeugen: diese extrem festen Bauteile fühlen sich eher wie Metall denn wie Kunststoff an.

International aufgestellt

Das Familienunternehmen verfügt neben dem Firmensitz an der Scharzfelder Straße über drei weitere Standorte:  im thüringischen Sollstedt sowie in Tschechien und China. Das Hauptquartier und die Entwicklung sind jedoch in Bad Lauterberg, und Michael Fröhlich, Geschäftsführer der Kunststoff-Fröhlich GmbH lobt den Standort und die hohe Lebensqualität: „Hier lässt es sich sehr gut leben. Ich bin so oft in der Welt unterwegs, aber hier fühle ich mich geerdet.“ Der Harz müsse seine Vorzüge viel mehr betonen, damit die hiesigen Unternehmen leichter Fach- und Spitzenkräfte gewinnen können.  

Eigene Fachkräfte werden natürlich auch ausgebildet: Verfahrensmechaniker für Kunststofftechnik, Werkzeugmacher für Formenbau, technische Produktdesigner und Industriekaufleute. Denn qualifizierte Mitarbeiter sind gefragt: „Gerade im technischen Bereich ist es leider schwierig, Bewerber für Ausbildungsplätze zu finden“, sagt Sylvia Drechsler,  Geschäftsführerin der Fröhlich Holding. Dabei seien die beruflichen Aussichten für technische Fachkräfte sehr gut. Künftig wolle man auch das duale Studium Kunststofftechnik an der Hochschule Gera-Eisenach anbieten, um qualifizierten Bewerbern eine entsprechende Perspektive zu bieten. Einen Blick hinter die Kulissen konnten die möglichen künftigen Azubis am Samstag jedenfalls schon einmal wagen.


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