Donnerstag, 19. Oktober 2017

Geschrieben von Boris Janssen am 01. Dezember 2014
Das ist doch...

…noch nicht völlig ausgeträumt

Die Grundschule am Hausberg ist nur ein Gebäude – jetzt müssen alle gemeinsam daraus das Beste machen

Vor zwei Wochen haben die Kernstädter noch alleine für ihre Grundschule demonstriert, jetzt müssen alle Bad Lauterberger zusammenarbeiten, um das Beste aus dem Gebäude zu machen.
Vor zwei Wochen haben die Kernstädter noch alleine für ihre Grundschule demonstriert, jetzt müssen alle Bad Lauterberger zusammenarbeiten, um das Beste aus dem Gebäude zu machen.

Guten Morgen! Schön geträumt? Willkommen zurück in der Realität.

Bad Lauterbergs Grundschule der Zukunft zieht in ein sanierungsbedürftiges Gebäude von vorvorgestern. Der Stadt geht es halt ein bisschen wie dem armen Studenten: Für den ist sein Traumauto ja auch schon der klapprig-durchgerostete Corsa mit der Grundausstattung von vor 19 Jahren, den er mit Wunderbaum und ein wenig Kosmetik noch ein letztes Mal durch den TÜV bringt. Der Porsche scheint unerreichbar – mit etwas Glück ist aber in zwei, drei Jahrzehnten eine schicke E-Klasse drin. Bloß heute hilft leider nur durchwurschteln.

Aber gut, bei der Standortwahl ging es „nur“ um das Gebäude. Ob das Gewählte nun die besten Bedingungen bietet, darüber könnte man noch ewig trefflich streiten. Entscheidend ist jedoch, was die Bad Lauterberger im Gebäude unterbringen: Nicht der Backsteinbau, sondern was darin passiert, das ist die Grundschule – künftig für alle Kinder, für alle Lehrerinnen und Lehrer, für alle Bad Lauterberger.

Der Kater muss sich erst einmal legen – ob von der Enttäuschung oder von der Jubelfeier. Danach sollten alle wieder nüchtern nach vorne blicken. Alle, die Interesse an einer wirklich guten Grundschule haben, müssen jetzt gemeinsam daran arbeiten – ohne Groll und ohne Siegerlächeln. Es wäre ein Jammer, wenn das großartige Engagement der Barbiser, Bartolfelder und Osterhagener, das ihre Schulen zu solch tollen Orten gemacht hat, mit der Schließung dieser Schulen stirbt.

Und die Kernstädter müssen zu Veränderungen bereit sein. Soll wieder Frieden einkehren und zumindest ein Rest vom versprochenen Traum übrigbleiben, darf die Grundschule am Hausberg nicht einfach die anderen Schulen aufsaugen. Es muss hier wirklich Neues passieren. Ansonsten wäre auch die bereits ramponierte Glaubwürdigkeit von Rat und Verwaltung dahin. Wenn schon der Standort nicht im Konsens gefunden werden konnte, dann doch hoffentlich das noch wichtigere Schulkonzept. Wie das aussieht, das muss jetzt, wo die Rahmenbedingungen feststehen, endlich geklärt werden.

Es wäre nur ein Symbol: Aber vielleicht könnte ja ein neuer, die Stadt endlich mal als Einheit begreifender Schulname schon eine Hilfe für den Neustart sein? Eine Art Reset in den abgespeckten Traummodus. Die Arbeit im Schulgremium fängt eigentlich erst an.


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